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WHO bewertet Emissionen neu:Große Nachfrage nach Dieselfahrzeugen

In Europa, insbesondere auch in Deutschland, war die Nachfrage nach Dieselfahrzeugen in der Vergangenheit deutlich gestiegen. Hier fahren nicht nur Lastkraftwagen, sondern auch etliche Privatautos mit Dieselkraftstoff. Ihr Anteil an den neu zugelassenen Pkws lag laut Kraftfahrt-Bundesamt 2011 bei mehr als 47 Prozent, seit 2001 schwankt der Wert zwischen etwa 30 und fast 48 Prozent.

Obwohl in den vergangenen zwanzig Jahren vor allem in Europa und Nordamerika viel getan wurde, die Emissionen aus den einzelnen Fahrzeugen zu reduzieren, führt diese Zunahme dazu, dass der Ausstoß gefährlicher Rußpartikel insgesamt noch immer deutlich steigt. Schätzungen des Umweltbundesamtes etwa sprechen von einer Erhöhung um den Faktor 2,3 bis 2020.

Bis 2010 wurde an verkehrsnahen Messstellen trotz der Senkung der Abgasgrenzwerte keine Verringerung der Feinstaubkonzentrationen festgestellt. Der Anteil der besonders gefährlichen ultrafeinen Rußpartikel aus Dieselfahrzeugen hatte sogar zugenommen. Wie viel die vom EU-Parlament beschlossene strengere Euro-5-Abgasnorm für Pkw, die seit 2011 gilt, und die Euro-6-Norm für Lkw (ab 2013 wirksam) bringen, muss sich noch zeigen.

Die WHO empfiehlt nun weitere Veränderungen sowohl in Bezug auf Dieseltreibstoffe selbst - etwa eine deutliche Verringerung des Schwefelanteils - als auch an den Motoren. Diese sollten den Kraftstoff effizienter verbrennen und weniger Abgase ausstoßen. Es könne allerdings Jahre dauern, bis die derzeit verwendeten Treibstoffe und Fahrzeuge ersetzt sind - "insbesondere in den weniger entwickelten Ländern, wo die Vorgaben gegenwärtig weniger streng sind".

© Süddeutsche.de/beitz

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