Was Hautcremes bewirken Angeschmiert

Frauen können so viel cremen und pudern, wie sie wollen: Die Hautalterung halten sie nicht auf.

(Foto: Scherl)

Hyaluronsäure, Botox, Kollagen: Verschiedene Kosmetik-Wirkstoffe sollen die Haut verjüngen. Die meisten Anti-Aging-Versprechen sind aber haltlos. Ein Überblick

Von Katrin Blawat

Egal wie verheißungsvoll die Werbebotschaften der Firmen klingen - halten lassen sie sich meist nicht. Die Hersteller braucht das aber nicht zu stören, weil sie die Wirksamkeit ihrer Produkte nicht beweisen müssen. Positive Studienergebnisse, die Firmen gern in ihrer Werbung zitieren, beruhen meist auf schlecht durchgeführten Untersuchungen, die zudem oft nicht von unabhängigen Forschern stammen und wenig aussagekräftig sind. Beispielsweise werden nur einzelne Zellen im Labor getestet, nicht aber, wie sich eine Creme auf das Erscheinungsbild eines Menschen auswirkt. Viele Inhaltsstoffe können gar nichts auf der Haut ausrichten, einige wenige scheinen immerhin nach vielen Wochen Cremerei leichte Verbesserungen zu bringen. Diese sind jedoch nicht dauerhaft, sondern verschwinden schnell wieder, sobald man die Creme nicht mehr regelmäßig benutzt.

Q10

Antioxidantien wie Q10 sollen gegen freie Radikale schützen. Das sind Sauerstoff-Teilchen in einer chemisch sehr aktiven Form. Sie entstehen natürlicherweise; der Körper kann sich dank eines Reparatursystems jedoch zum Teil gegen sie wehren. Dies funktioniert im Alter allerdings schlechter, zudem fördern UV-Strahlen und Rauchen die Entstehung freier Radikale. Cremes mit Q10 (oder Ubiquinon) sollen dem entgegenwirken. Ein gesunder Mensch stellt die Substanz jedoch in ausreichender Menge selbst her. Die Produktion nimmt zwar mit dem Alter ab. Der Q-10-Gehalt der Haut lässt sich aber nicht erhöhen, indem man die Substanz außen aufträgt. Nach bisherigem Wissen können Q-10-Cremes die Haut nicht so schützen, dass es im Erscheinungsbild irgendwann einmal auffallen würde. Die Substanz klingt zwar sehr wissenschaftlich, ist in Hautcremes aber überflüssig.