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USA:Hilfsorganisation legt sich mit konservativer Familienpolitik Trumps an

Anti-Trump demonstrator protests at abortion rights rally in Chicago

Demonstration für das Recht auf Abtreibung in Chicago.

(Foto: REUTERS)
  • Die Organisation "Women Help Women" hat in den USA eine Website zur Abtreibungsberatung gestartet.
  • Frauen bekommen hier Ratschläge, wie sie selbst eine Schwangerschaft beenden können.
  • Das politische Klima in den USA gilt in Zeiten von Präsident Trump als abtreibungsfeindlich. Doch das Angebot von "Women Help Women" ist nicht unumstritten.

Seit Donald Trump Präsident ist, geht unter Amerikanerinnen die Angst um. Sie sehen mit einem Mal ihre Rechte bedroht, denn die Atmosphäre ist in vielen Bundesstaaten abtreibungsfeindlich. Aktivisten präsentieren nun eine nicht unumstrittene Antwort auf die Frage: Was tun, wenn der Staat Abtreibungen immer schwerer zugänglich macht oder sie vielleicht bald ganz verbietet?

In der vergangenen Woche hat die niederländische Organisation "Women Help Women" in den USA eine Online-Plattform gestartet, die Frauen juristischen und medizinischen Rat anbietet, wie sie eine ungewollte Schwangerschaft selbst beenden können, mithilfe von Medikamenten und ohne ärztliche Hilfe. Über die Initiative wird in den USA heftig gestritten.

Women Help Women erklärt auf der Seite Schritt für Schritt, wie man mit Mifepristone und Misoprostol abtreiben kann. Die zwei gängigen Präparate werden an zwei aufeinander folgenden Tagen eingenommen und erzeugen eine Fehlgeburt. Sie können bis zur zehnten Schwangerschaftswoche angewendet werden. Um Ratschläge für die Anwendung zu bekommen, können Frauen sich auf der Webseite abortioninfopill.org einloggen und eine Nachricht an eine Beraterin in den Niederlanden schicken. Innerhalb weniger Stunden kommt dann die Antwort mit der Hilfestellung. Typische Fragen der ratsuchenden Frauen sind laut Women Help Women etwa, ob Nebeneffekte wie Krämpfe oder Blutungen normal seien.

Mifepristone und Misoprostol sind von der amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA geprüft und zugelassen, sollen aber eigentlich nur unter ärztlicher Aufsicht und mit vorherigem Beratungsgespräch eingenommen werden.

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Kinga Jelinska, die Chefin von Women Help Women, sagte der Washington Post, ihre Organisation biete die Abtreibungsberatung schon seit Längerem in anderen Ländern an - teilweise würden die Mitarbeiter die Pillen auch kostenlos verteilen. Durch das politische Klima in den USA sei der Service nun aber auch für Amerikanerinnen erforderlich geworden. Im Grunde ist Abtreibung in den USA seit 1973 legal. Bis wann eine Frau abtreiben darf - derzeit zwischen der 22. und 28. Schwangerschaftwoche - und unter welchen Bedingungen, regelt aber jeder Bundesstaat selbst. Vor allem konservative Regionen versuchen den Zugang der Frauen zur Abtreibung zu erschweren.

Oft ist es für Frauen schon logistisch kompliziert, eine Abtreibungsklinik aufzusuchen. Während das liberale Kalifornien über etwa 150 solcher Kliniken verfügt, gibt es in South Carolina nur drei und in Mississippi nur eine Klinik. Sollte die Trump-Regierung mit Hilfe der Gesundheitsreform die Finanzmittel für Abtreibungskliniken wie Planned Parenthood weiter kürzen oder ganz streichen, würden wohl noch mehr Kliniken schließen müssen.

Mit Neil Gorsuch haben die Republikaner nun auch im Supreme Court theoretisch die Mehrheit. Könnten Abtreibungen also bald wieder illegal werden? Die Wahrscheinlichkeit, dass das Oberste Gericht das Recht auf Abtreibung komplett kippt, ist zwar unwahrscheinlich. Doch der Supreme Court kann beispielsweise Gesetze der Bundesstaaten für rechtswidrig erklären oder sie bestätigen, und auf diese Weise die Möglichkeiten von Frauen beeinflussen.

Seit Trump Präsident ist, arbeiten viele Staaten an neuen Abtreibungsgesetzen. Oklahoma hat einen Gesetzesentwurf eingebracht, der Schwangere verpflichten würde, die Zustimmung des Vaters zum Abbruch vorzulegen. Der für den Entwurf federführende Republikaner Justin Humphrey sagte zur Begründung, eine Frau sei nur der "host", also der "Wirt" des Fötus. Bislang wertete der Oberste Gerichtshof Auflagen dieser Art als "übermäßige Bürde" für die Schwangere. Doch mit einer republikanischen Mehrheit könnte sich das ändern.

Frauen können die Pillen im Netz bestellen

Viele Bundesstaaten unter republikanischer Führung haben schon jetzt zahlreiche Regelungen erlassen, um es Frauen vor einem Schwangerschaftsabbruch schwer zu machen. Einer Studie des Guttmacher Institute zufolge verlangen manche zusätzliche Ultraschalluntersuchungen, verlängerte Wartezeiten oder Beratungsgespräche, bei denen den Frauen beispielsweise gesagt wird, ein Schwangerschaftsabbruch steigere das Brustkrebsrisiko - obwohl ein solcher Zusammenhang laut American Cancer Society bislang nicht nachgewiesen wurde.

Viele Amerikanerinnen fahren jetzt schon einfach über die Grenze nach Mexiko, wo es die Präparate ohne Rezept zu kaufen gibt. Zudem gibt es diverse ausländische Internetseiten, bei denen man sich die Tabletten bestellen kann. Die FDA warnt vor solchen Käufen im Netz, da die Qualität der Produkte unsicher sei.