Symptome der Neurodermitis Quälender Juckreiz, extrem trockene Haut

Nicht hinter jedem Hautausschlag steckt eine chronische Erkrankung. Nicht jedes Baby mit Juckreiz leidet an Neurodermitis. Woran Sie das atopische Ekzem erkennen.

Von Sarina Pfauth

Schmerzender, juckender Hautausschlag ist das Kennzeichen der Neurodermitis.

(Foto: dpa)

Quälender Juckreiz ist das nervenzehrendste Symptom von Neurodermitis. Die Haut trocknet aus, rötet sich, wird rissig, rau - und juckt oft unerträglich. Bei manchen Patienten bilden sich auch nässende Bläschen oder krustig bedeckte Ekzeme.

Das atopische Ekzem, so der medizinische Fachbegriff, ist eine chronische Erkrankung. Sie tritt jedoch nicht immer gleich stark auf, sondern verläuft in Schüben. Die Erkrankung ist zudem individuell sehr unterschiedlich ausgeprägt.

Betroffen sind vor allem Kinder, bei 80 Prozent der Patienten tritt der Hautausschlag in den ersten sechs Lebensjahren erstmals auf. Bei Kleinkindern finden sich die schmerzenden Stellen gewöhnlich ab dem dritten Lebensmonat am Kopf sowie an den Extremitäten. Bei älteren Kindern und Erwachsenen sind vor allem Knie- und Armbeugen sowie Gesicht, Nacken und Hände betroffen.

Oft sind nur kleine Hautpartien entzündet, in besonders schlimmen Fällen haben die Patienten jedoch großflächigen Ausschlag. Was die Patienten zusätzlich belastet: Nachts juckt die Haut oft besonders heftig, an Schlaf ist dann kaum zu denken.

Das Kratzen führt jedoch zu einer Verschlimmerung: Die Haut wird dadurch wund oder sogar blutig, neigt zum Nässen und zu Entzündungen und juckt oft noch stärker.

Weil die Haut bei Neurodermitis-Patienten in ihrer Schutzfunktion geschwächt ist, können zudem Allergene, Bakterien, Pilze und andere Reize leichter eindringen und zusätzlich Entzündungs- und Immunreaktionen hervorrufen.

So belastend es für Eltern sein kann, das leidende Kind zu sehen, es gibt Hoffnung: "90 Prozent der Patienten haben eine leichte Form der Neurodermitis", sagt der Münchner Dermatologe Dietrich Abeck. "Diese Form kann man wunderbar einfach therapieren." (Mehr zur Behandlung der Neurodermitis erfahren Sie hier). Und: Bei vielen Neurodermitikern bessert sich die Krankheit noch im Kindesalter oder zumindest bis zur Pubertät - oder verschwindet sogar für immer.