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Nahrungsergänzungsmittel in der Schwangerschaft:Umstrittene Supplemente

Fischöl: Dem Supplement werden viele Vorzüge für Mutter und Kind nachgesagt. Inwieweit sie zutreffen, ist nicht ganz klar. Berthold Koletzko, Mediziner am Haunerschen Kinderspital der LMU München, verweist auf Studien, wonach die Zufuhr von Fischöl das Risiko von Frühgeburten vor der 34. Schwangerschaftswoche senkt. Mehrere Untersuchungen zeigten zudem eine verminderte Gefahr für die Ausbildung von Allergien beim Nachwuchs und eine Verbesserung der kindlichen Entwicklung, insbesondere der Hirn- und Sehfunktionen.

Hauner allerdings bewertet längst nicht alle der erwarteten Vorzüge als zweifelsfrei nachgewiesen und hält eine generelle Empfehlung für die Kapseln daher für nicht gerechtfertigt. Er empfiehlt werdenden Müttern lediglich, etwa zweimal pro Woche Fisch zu essen. Nur wer absolut keinen Fisch mag, könne Fischöl-Kapseln in einer niedrigen Dosierung einnehmen. Auch Rechkemmer spricht sich für zwei bis drei Fischmahlzeiten pro Woche aus.

Strittig ist auch Vitamin D: Für "unbedingt wünschenswert" hält Koletzko eine verbesserte Vitamin D-Zufuhr: "Die allermeisten schwangeren Frauen in Deutschland sind schlecht mit dem Vitamin versorgt." Neuere Studien wiesen auf einen Zusammenhang der Vitamin-D-Versorgung in der Schwangerschaft mit der kindlichen Knochengesundheit im Schulalter hin.

Rechkemmer hält eine Vitamin-D-Zufuhr bei Schwangerschaften in den Wintermonaten für sinnvoll, denn es wird unter dem Einfluss von Sonnenlicht gebildet, dem sich Menschen im Winter oft nicht genügend aussetzen. Hauner hält die Vitamin-D-Einnahme im Normalfall dagegen für nicht notwendig.

Bei allen anderen Supplementen ist der Rat einfacher: Gesunde Frauen können getrost die Finger davon lassen.