Kongo Ebola im Kampfgebiet

Ein Ebola-Behandlungszentrum im kongolesischen Beni. Das Land erlebt den zweiten Ausbruch innerhalb weniger Monate.

(Foto: AP)

Der neue Ebola-Ausbruch im Kongo ist bereits größer als die eben erst beendete Epidemie. Und die WHO fürchtet Schlimmeres. Es gibt Konfliktzonen, in die Hilfskräfte nicht vordringen können.

Von Berit Uhlmann

Gerade hatten Gesundheitsexperten in der Demokratischen Republik Kongo aufgeatmet, da braute sich im Nordosten des Landes der nächste Ausbruch zusammen. Seit Anfang August flammt Ebola in dem afrikanischen Staat erneut auf - und dieses Mal ungewöhnlich schnell und heftig. Bislang sind 57 Menschen in der Provinz Nord-Kivu erkrankt, bei 30 von ihnen ist das Virus nachgewiesen worden. 41 der Infizierten starben. Damit ist dieser neue Ausbruch schon jetzt größer als die erst kurz zuvor für beendet erklärte Krankheitswelle im Nordwesten des Kongo. Während dieser Epidemie waren 53 Menschen erkrankt und 29 gestorben.

"Ich war von Anfang an sehr besorgt", sagte Tedros Adhanom Ghebreyesus, Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation WHO, am Dienstag. Nachdem er die Region vor wenigen Tagen besucht hat, sei seine Sorge noch gewachsen. Ein großes Problem sei die Sicherheitslage dort. Allein seit Jahresbeginn seien 120 gewalttätige Zwischenfälle gezählt worden. Es gebe Zonen, die wegen der Auseinandersetzungen derzeit nicht zugänglich seien. Das Virus könnte sich dort verstecken und allen Kontrollmaßnahmen entgehen. Zugleich sei das Gebiet dicht besiedelt. Hier leben rund eine Million Binnenflüchtlinge. Bis zu 300 von ihnen überqueren laut Schätzung des UN-Flüchtlingshilfswerks täglich die Grenze zu Uganda.

Tedros nannte die Situation gefährlich. Das Risiko einer weiteren Ausbreitung in der Region sei hoch. Mindestens ein Fall ist bereits in der Nachbarprovinz Ituri aufgetreten. Die Nachbarländer im Osten des Kongo seien in erhöhter Alarmbereitschaft. Das Risiko einer globalen Ausbreitung schätzt der WHO-Direktor derzeit jedoch als gering ein.

Zur Eindämmung des Ausbruchs haben die Behörden wie schon zuvor mit Impfungen begonnen. Auch eine experimentelle Behandlung wurde in einigen Fällen angewandt. Die Behörden hoffen, dass die Therapie mit dem Antikörper mAB114, der auf einen Überlebenden des Ebola-Ausbruchs von 1995 zurückgeht, dabei hilft, die Ausbreitung des Erregers zu stoppen.

Es ist bereits der zehnte Ausbruch im Kongo. Das nun zirkulierende Virus ist nach Angaben der WHO nicht mit dem des vorangegangen Ausbruchs identisch. Dieser hatte Mitte Mai begonnen und war am 24. Juli offiziell für beendet erklärt worden.

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