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Infektionskrankheit:Ebola ist zurück in Afrika

Ebola

Das Ebola-Virus wurde 1976 in der heutigen Demokratischen Republik Kongo entdeckt.

(Foto: Frederick Murphy/dpa)
  • In Kongo melden die Behörden 19 Verdachtsfälle auf Ebola.
  • Drei Menschen starben, in zwei Fällen ist das Virus nachgewiesen worden.
  • Das Land hat in der Vergangenheit sieben Ebola-Ausbrüche unter Kontrolle gebracht.

Der Ausbruch begann in einem Taxi. Ein schwer kranker Mann ließ sich ins Krankenhaus fahren, er erreichte es nicht mehr lebend. Wenig später starben der Taxifahrer und ein weiterer Mensch, der sich um den Kranken gekümmert hatte. Ein Labortest brachte Gewissheit: Ebola ist zurück in Afrika.

Rund drei Jahre nach der Epidemie mit Tausenden Toten in Westafrika meldet die Demokratische Republik Kongo erneut 19 Verdachtsfälle. Alle ereigneten sich in der Provinz Bas-Uele im Norden des Landes. Das Gebiet liegt etwa 1400 Kilometer von der Hauptstadt Kinshasa entfernt und ist nur schwer zugänglich. Epidemiologen brauchen zwei bis drei Tage, um dorthin zu gelangen. Diese Lage erschwert die Aufklärung und Hilfe, könnte aber zugleich die Ausbreitung der Infektion bremsen. Die Weltgesundheitsorganisation WHO sieht bisher keinen Anlass, Handels- oder Reisebeschränkungen zu verhängen.

Ebola ist eine gefährliche Erkrankung, doch die Welt ist mittlerweile etwas besser gegen sie gerüstet: Seit Kurzem ist ein Impfstoff erprobt und in den USA eingelagert. Ob er benötigt wird, ist allerdings noch nicht sicher.

Bislang hat es der Kongo stets geschafft, allein mit dem Virus fertig zu werden. "Das ist die achte Ebola-Epidemie in Kongo, sie wird die Bevölkerung nicht erschüttern", sagte der kongolesische Gesundheitsminister Oly Ilunga Kalenga. Der Erreger wurde 1976 im damaligen Zaire entdeckt. Der siebte Ausbruch ereignete sich 2014 - parallel zu der Epidemie in Westafrika und von der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen. Damals waren 66 Menschen erkrankt, 49 starben.

Dass dagegen die Epidemie in Guinea, Liberia und Sierra Leone solch katastrophale Ausmaße annahm, ist nicht allein dem gefährlichen Erreger geschuldet. Hinzu kam eine ganze Reihe äußerer Faktoren: ein nahezu inexistentes Überwachungs- und Meldesystem, eine hochmobile Bevölkerung, die zwischen den drei Ländern pendelte, fehlende Erfahrung mit dem Virus, Misstrauen in die Behörden und die Fehleinschätzung der WHO, deretwegen internationale Hilfe erst mit Verzögerung anlief. Während der Epidemie starben mehr als 11 000 Menschen - mehr als in allen vorangegangenen Ausbrüchen zusammen.

© sz.de/hach/sks

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