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Keime im Fleisch:Jedes zweite Hähnchen ist mit Durchfallerregern belastet

Rohe Hähnchen

Rohes Hähnchenfleisch ist stets mit Keimen belastet.

(Foto: dpa)
  • In jeder zweiten Hähnchen-Frischfleischprobe wurden im vergangenen Jahr Durchfallerreger gefunden.
  • Die Keim-Belastung ist damit stark gestiegen.
  • Für immungeschwächte Menschen hat das oft gesundheitliche Folgen.

Die Keim-Belastung von deutschem Hähnchenfleisch ist stark gestiegen. Einem Medienbericht zufolge ist im vergangenen Jahr in jeder zweiten Hähnchen-Frischfleischprobe ein Durchfallerreger nachgewiesen worden. Das berichtet die Rheinische Post unter Berufung auf eine Antwort der Bundesregierung auf eine schriftliche Frage des Grünen-Fraktionschefs Anton Hofreiter.

Knapp 52 Prozent der Hähnchenfleisch-Proben enthielten demnach im vergangenen Jahr den Durchfallerreger Campylobacter. Im Jahr 2011 lag der Anteil verunreinigter Proben bei nur etwa 32 Prozent. Bei Proben, die das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit direkt an den Schlachthöfen entnahm, sei der Erreger 2017 sogar bei knapp 79 Prozent der Masthähnchen gefunden worden. 2011 seien es erst 40,9 Prozent der Tiere gewesen.

Menschen können sich infizieren, wenn das Fleisch nicht richtig erhitzt wird. Die Erreger lösen in erster Linie Bauchschmerzen, Durchfall, Fieber und Mattigkeit aus. Bei immungeschwächten Menschen kann es zu langen und komplikationsreichen Verläufen kommen. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts werden jährlich 60 000 bis 70 000 Erkrankungen pro Jahr registriert. Der Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands, Klaus Müller, sagte: "Entscheidend ist, dass Schlachthäuser besser kontrolliert und zu verbesserten Hygienemaßnahmen verpflichtet werden."

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