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Coronavirus:WHO besorgt über schnelle Virus-Übertragung - 170 Tote weltweit

An illustration, created at the Centers for Disease Control and Prevention (CDC), depicts the 2019 Novel Coronavirus

Eine Illustration des US-amerikanischen Centers for Disease Control and Prevention zeigt das neuartige Coronavirus (2019-nCoV).

(Foto: via REUTERS)
  • Die WHO ist besorgt, dass ein noch deutlich größerer Ausbruch des Coronavirus bevorstehen könnte.
  • Weltweit sollen bislang 170 Menschen daran gestorben sein.
  • Am Donnerstag will die WHO erneut beraten, ob sie wegen der Krankheit eine globale Gesundheitsnotlage ausrufen soll.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist besorgt über die schnelle Verbreitung des Coronavirus und will bei einem Krisentreffen erneut über die Ausrufung eines globalen Notstands beraten. Noch in der vergangenen Woche hatte die UN-Behörde darauf verzichtet. Mittlerweile aber habe das neuartige Virus zahlreiche weitere Länder erreicht, was eine Neubewertung der Lage nahelege.

"Das Fortschreiten des Virus in einigen Ländern, insbesondere die Übertragung von Mensch zu Mensch, beunruhigt uns", sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus bei einer Konferenz in Genf. Dabei bezog er sich explizit auf Deutschland, Vietnam und Japan.

Anhand der mittlerweile vier infizierten Personen in Bayern hatte sich deutlich gezeigt, dass dort eine Übertragung von Mensch zu Mensch ursächlich für die Verbreitung der Krankheit war. Bisherigen Erkenntnissen zufolge hatte eine Chinesin, die zu einer Fortbildung der Firma Webasto angereist war, das Virus eingeschleppt. Vier weitere Mitarbeiter der Firma waren seit Montag positiv auf das Virus getestet worden. Wissenschaftlern zufolge zeigten diese und ähnlich gelagerte Fälle in Japan, dass das Virus bereits übertragen werden könne, bevor Patienten anfangen Symptome wir Husten oder Fieber zu zeigen.

Entscheidung über globalen Notstand am Donnerstag

"Obwohl die Zahlen außerhalb Chinas noch relativ gering sind, bergen sie das Potenzial für einen viel größeren Ausbruch", sagte WHO-Chef Ghebreyesus. Staatliche Medien in China haben die Zahlen erneut aktualisiert und sprechen mittlerweile von mehr als 7700 Erkrankten.

170 Menschen sollen nach Angaben der National Health Commission und der chinesischen Behörden bereits an der Krankheit gestorben sein. Todesfälle außerhalb Chinas gibt es bislang jedoch noch nicht.

Am Donnerstag wird der Notfallausschuss der WHO erneut hinter verschlossenen Türen tagen und entscheiden, ob die Ausbreitung der Krankheit als globaler Notstand eingestuft wird.

Evakuierungsflüge gehen weiter

Unterdessen gehen die Evakuierungsflüge verschiedener Staaten für ihre in Wuhan gestrandeten Bürger weiter. Erste ausgeflogene US-Bürger kamen auf einer Basis der Luftwaffenreserve in Kalifornien an, sie hätten zugestimmt für die Dauer der Inkubationszeit des Virus auf der Basis zu bleiben, sagte ein Behördensprecher.

Eine Chartermaschine mit 210 Japanern aus Wuhan an Bord kam in Tokio an. Wie örtliche Medien meldeten, wiesen mehrere Personen Symptome auf und würden in medizinische Einrichtungen gebracht. Am Vortag waren bereits 206 Japaner zurückgeholt worden. Drei von ihnen wurden mittlerweile positiv auf das Virus getestet.

Zwei weitere hatten sich jedoch geweigert, sich auf das Coronavirus testen zu lassen. Ministerpräsident Shinzo Abe bezeichnete das Verhalten der beiden Personen als "sehr bedauerlich".

Die Verbreitung des Virus nimmt in China immer größeren Einfluss auf den Sport. Der chinesische Fußballverband CFA hat alle Spiele im Land ausgesetzt, der für den 22. Februar geplante Saisonstart der Super League wurde bis auf Weiteres verschoben. Zudem kündigte der asiatische Kontinentalverband AFC an, dass alle vier chinesischen Klubs in den ersten Partien der asiatischen Champions League auswärts antreten müssen.

© SZ.de/rtr/dpa/mxm/aner
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