Tipps für Verbraucher:Gefährliche Schlankmacher

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Allerletzte Hoffnung für Übergewichtige, die bereits jede Diät und jedes Präparat erfolglos ausprobiert haben, sind oft Schlankheitsmittel, die zum Beispiel als Pillen oder Pülverchen nur über das Internet verkauft werden. Bestellt wird auf Seiten, die auf ausländischen Servern liegen. Durchgängiges Werbeversprechen: Reduzierung des Gewichts durch Fettverbrennung. Und das alles mit Präparaten, die angeblich rein pflanzlich sind. Zwischen 20 und 50 Euro kosten diese in der Regel.

Was der Käufer nach der Überweisung dann jedoch per Post in einem unauffälligen Umschlag erhält, wirkt reichlich dubios: Packungsaufschriften nur auf Chinesisch oder Russisch, allenfalls Englisch. Eine Analyse im Labor zeigt, dass sich in den Schlankheitsmitteln aus dem Internet der in Deutschland verbotene Appetitzügler Sibutramin befindet. Zu dessen Nebenwirkungen gehören Herzrasen und Magen-Darm-Beschwerden. Nach mehreren Studien erhöht das Mittel das Herzinfarktrisiko, in den USA und Italien kam es sogar zu Todesfällen.

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Einfach abnehmen - ohne große Anstrengung. Das bleibt Wunschdenken.

(Foto: jameek / photocase.com)

Alleine mit pflanzlichen Wirkstoffen sei die versprochene Wirkung der Präparate nicht zu erzielen, sagt Dr. Christian Langfermann vom Bremer Institut für pharmazeutische und angewandte Analytik. Deshalb werde Sibutramin zugesetzt - ein vergleichsweise billiger Wirkstoff. Mit einem Kilo davon, so Langfermann, könne man Schlankheitsmittel im Wert von bis zu 250.000 Euro herstellen.

So enthält ein Schlankheitskaffee 26.4 Milligramm Sibutramin pro Kaffeebeutelchen. Dies entspricht fast dem Doppelten der in Deutschland empfohlenen Tageshöchstdosis."Hier wird billigend in Kauf genommen, dass womöglich schwere gesundheitliche Störungen nach Einnahme dieser Produkte auftreten", so Dr. Dieter Müller von der Universitätsmedizin Göttingen, der sich schon seit längerem mit den Folgen solcher Mittel beschäftigt.

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