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Treffen in Berlin: Umbau der Landesbanken:Puzzle des Grauens

Die Regierung zitiert die Chefs der maroden Landesbanken nach Berlin. Dort sollen sich die sieben Institute endlich zu zwei oder drei Geldhäusern zusammenraufen. Doch es hakt, auch aus politischen Gründen.

Die Landesbanken sind die größten Sorgenkinder des deutschen Finanzsystems. Viele hängen am Tropf des Staates, haben keine vernünftigen Geschäftsmodelle, sind überdimensioniert. Am Dienstagnachmittag will das Bundesfinanzministerium den Druck zu Fusionen der Institute erhöhen. Geladen sind die Eigentümer der Landesbanken, also die Finanzminister der Bundesländer und Sparkassenvertreter. Auch EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia wird erwartet. Gesucht wird eine Lösung, die ökonomisch sinnvoll, politisch in Deutschland und Brüssel akzeptabel und kostengünstig für den Steuerzahler ist. Die Süddeutsche Zeitung untersucht den aktuellen Zustand der einzelnen Landesbanken und deren Ambitionen für die Zukunft.

Geht es nach der Regierung, sollen die deutschen Landesbanken möglichst bald zu größeren Einheiten fusionieren. Gerungen wird um eine Lösung, die ökonomisch sinnvoll, politisch in Deutschland und Brüssel akzeptabel und kostengünstig für den Steuerzahler ist.

LBBW

Bei der größten Landesbank, der LBBW in Stuttgart, hat Hans-Jörg Vetter das Sagen. Der erfahrene Sanierer will erst einmal aufräumen. Die Stuttgarter verleibten sich im Jahr 2008 die SachsenLB ein. 2009 mussten sie von den Eigentümern - dem Land, der Stadt Stuttgart und den Sparkassen - mit fünf Milliarden Euro Kapital gestützt werden. Die EU verlangt, dass sich die Landesbank Baden-Württemberg verkleinert und in eine Kapitalgesellschaft umwandelt. Die LBBW ist eng mit den Sparkassen verbunden und stark im Mittelstand verankert. Vetter sieht die Bank mittelfristig eher als Magneten für andere Landesbanken, als dass er mit der LBBW unter ein fremdes Dach unterschlüpfen möchte. Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) will die Landesbank erst im Jahr 2012 in eine Ehe führen.