Finanzen So funktioniert die Echtzeit-Überweisung der Sparkasse

Vor allem Geschäftskunden hilft die Echzeitüberweisung.

(Foto: dpa)
  • In maximal zehn Sekunden können Sparkassen-Kunden künftig bis zu 15 000 Euro verschicken.
  • Bislang konnte sich der Service bei anderen Geldhäusern nicht durchsetzen.
  • Die Banken verlangen Gebühren - und bei einer Fehlüberweisung gibt es kein Zurück.
Von Nils Wischmeyer

Ab Dienstag können die meisten Sparkassen-Kunden Geld nahezu in Echtzeit verschicken. Bislang konnte sich das Angebot bei europäischen Geldhäusern noch nicht durchsetzen: Wer es nutzen kann, was es bringt und wo die Hürden liegen. Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick.

Was ist eine Echtzeitüberweisung?

Echtzeitüberweisungen sind eine Ergänzung zur geläufigen Überweisung, wie sie jeder von seiner Bank kennt. Seit November 2017 gibt es einen europaweiten Standard für die sogenannten "Instant Payments". Demnach soll eine Echtzeitüberweisung mit bis zu 15 000 Euro nur noch zehn Sekunden dauern und rund um die Uhr verfügbar sein - auch an Sonn- und Feiertagen. Ist das Geld eingegangen, erhält der Empfänger eine Nachricht. Die ersten Praxiserfahrungen zeigen, dass erfolgreiche Überweisungen meist nur zwei bis drei Sekunden dauern. Bisher werden Überweisungen in Bankhäusern gesammelt und stapelweise abgearbeitet. Das dauert teilweise Tage.

Wer kann das neue Angebot nutzen?

Obwohl es seit November 2017 den europäischen Standard gibt, haben ihn bisher nur wenige Banken in ihr System implementiert. Das bremst die neue Technik. Denn für eine Überweisung in Echtzeit müssen beide Banken, sowohl Empfänger als auch Absender, den Service anbieten. In Deutschland ist bisher die Hypo-Vereinsbank aktiv, ab dem 10. Juli kommen die meisten der 385 Sparkassen dazu und im November will auch die Deutsche Bank die schnellen Überweisungen anbieten.

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Was bringt eine Echtzeitüberweisung überhaupt?

Gerade für Geschäftskunden birgt das neue Verfahren großes Potenzial. Sie können so schnell Geld von A nach B verschieben oder Zulieferer bezahlen. Für Privatkunden hält sich der Nutzen bisher aber in Grenzen. Mögliche Anwendungsfälle gebe es aber, heißt es bei der Hypo-Vereinsbank, die das System als erste deutsche Bank eingeführt hat. Wer etwa schnell Geld ans Finanzamt schicken müsse, könne die neue Art der Überweisung nutzen. Auch für den Kauf eines Gebrauchtwagens, der oftmals in bar bezahlt wird, könnten Echtzeitüberweisungen eine sinnvolle Alternative sein. Künftig sollen so auch Abonnements oder Waren freigeschaltet werden und damit ohne lange Wartezeit verfügbar sein.

Gibt es Nachteile?

Verbraucherschützer warnen davor, dass, wenn das Geld in Echtzeit verschickt wird, das Geld auch in Echtzeit gebucht wird. Anders als bei einer Lastschrift bedeutet das, dass es nicht zurückgeholt werden kann. Wer dennoch einen Fehler bemerkt, sollte sich an seine Bank oder Sparkasse wenden.

Sind Überweisungen in Echtzeit kostenlos?

Ob die schnelle Überweisung umsonst ist oder aber etwas kostet, hängt von der jeweiligen Bank ab. Die Sparkassen bepreisen die schnellen Geldtransfers je nach Institut unterschiedlich: Die Berliner Sparkasse nimmt abhängig vom Kontomodell 25 bis 55 Cent pro Überweisung von Privatkunden, die Sparkasse Leipzig verlangt 49 Cent. In der Sparkassen-App "Kwitt" kosten die Überweisungen in Echtzeit nichts. Die Hypo-Vereinsbank nimmt je nach Kontomodell ebenfalls variierende Gebühren.

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