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Finanzmärkte:Ungarn stemmt sich gegen Pleite-Gerücht

Die Regierung in Budapest rudert zurück: Sie versucht die Zweifel an der Zahlungsfähigkeit zu entschärfen. Das Gerücht hatte die Börsen geschockt.

Die Reaktion der Finanzmärkte war so heftig, dass die ungarische Regierung jetzt bemüht ist, die Wogen zu glätten. Staatssekretär Mihály Varga bezeichnete Äußerungen von Regierungsvertretern, Ungarn könne seine Kredite bald nicht mehr bedienen, als übertrieben und unglücklich.

A woman walks past a money changer in Budapest

Eine Frau geht am Fenster eines Geldwechslers in Budapest vorbei: Das Land muss sich unter seiner neuen Regierung auf ein Sparpaket einstellen.

(Foto: rtr)

"Die ungarische Wirtschaft hat gesunde Grundlagen und das Ziel eines Defizits von 3,8 Prozent kann für 2010 beibehalten werden, wenn wir bestimmte Maßnahmen ergreifen", sagte der Staatssekretär auf einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz in Budapest.

Noch am Donnerstag hatte Varga vor einem Defizit von bis zu 7,5 Prozent gewarnt und auf das Erbe der sozialistischen Vorgängerregierung verwiesen. Ein führendes Mitglied der Regierungspartei Fidesz hatte die Lage sogar mit der Griechenlands verglichen, das im Mai durch ein milliardenschweres Hilfspaket von Euro-Ländern und Internationalem Währungsfonds vor dem Bankrott bewahrt worden war. "Wir finden ständig neue Leichen im Keller", hatte ein Regierungssprecher gesagt.

Krisensitzung und neue Sparmaßnahmen

Sorgen wegen der ungarischen Schuldenkrise hatten daraufhin die Aktienkurse einbrechen und den Euro auf ein Vier-Jahres-Tief sinken lassen.

Varga zufolge, der Kanzleichef von Regierungschef Orban ist, will die erst seit einer Woche amtierende Mitte-Rechts-Regierung nach einer Krisensitzung am Wochenende in der kommenden Woche neue Sparmaßnahmen verkünden.

Ungarn hatte 2008 ein Hilfspaket in Höhe von 20 Milliarden Euro vom Internationalen Währungsfonds, der EU und der Weltbank erhalten, um einen Staatsbankrott zu verhindern. Das EU-Mitglied will den Euro einführen.

© sueddeutsche.de/AFP/pak/mel
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