Abrechnung der Nebenkosten:Wo am häufigsten Fehler gemacht werden

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Bei den folgenden Positionen machen Vermieter und Hausverwaltungen am häufigsten Fehler, hier kann meist nachgehakt werden:

Verwaltungskosten

Zahlungen etwa für die Hausverwaltung, Bankgebühren, Porto, Zinsen, Telefon sind keine Betriebskosten. Sie dürfen nicht umgelegt werden, ganz gleich was im Mietvertrag steht. Wer solche Kosten findet, sollte sie unbedingt monieren.

Hausmeister

Den Hof kehren und das Treppenhaus sauber halten sind typische Hausmeisterarbeiten. Werden diese Positionen von externen Servicekräften übernommen und zusätzlich abgerechnet, obwohl es einen Hausmeister gibt, sollten Mieter nachhaken. Sonst werden sie doppelt zur Kasse gebeten.

Gartenpflege

Nur immer wiederkehrende Gartenpflegekosten wie Rasenmähen und Heckeschneiden dürfen umgelegt werden. Wird ein Garten komplett neu angelegt oder neues Gerät angeschafft, ist das Vermietersache. Der Mieter muss dafür nicht zahlen.

Eigentumswohnungen

Immer wieder finden Mieter einer Eigentumswohnung die Position Verwaltungs- und Instandhaltungskosten in ihrer Abrechnung. Das geht nicht. Der Besitzer der Immobilie muss diese Kosten zahlen, Mieter nicht.

Wartung

Die Pflege und Wartung des Fahrstuhls zum Beispiel sind definitiv Betriebskosten. Erdgeschossmieter können dafür zur Kasse gebeten werden (BGH, Az.: VIII ZR 103/06), nicht aber Mieter in einem anderen Gebäudeteil (BGH, Az.: VIII ZR 128/08). Häufig verbergen sich hinter dem Posten Wartung auch Reparaturen. Diese muss der Mieter nicht zahlen. Reparaturen im Haus oder in der Wohnung sind Sache des Vermieters. Vorsicht bei Vollwartungsverträgen: Hier müssen die Reparaturkosten herausgerechnet sein. Wenn nicht, können bis zu 50 Prozent der Vertragskosten abgezogen werden. Versicherungen: Prämien für Gebäude- und Haftpflichtversicherungen dürfen umgelegt werden. Nicht aber die Kosten für sonstige Vermieter-Policen wie Rechtsschutz-, Hausrat- oder Mietverlustversicherung.

Leerstand

Für leer stehende Wohnungen muss der Vermieter aufkommen. Wichtig ist, in solchen Fällen die Angabe der Gesamtwohnfläche zu prüfen. Fällt die Quadratmeterzahl plötzlich niedriger aus als im Vorjahr, spricht das dafür, dass die Kosten nur auf die vermieteten Wohnungen umgelegt wurden. Das darf nicht sein.

Spezialfall Heizkosten

Nur die aufgeführte verbrauchte Energiemenge darf abgerechnet werden. Sie setzt sich zusammen aus Anfangsbestand im Öltank plus Zukäufe. Der Rest im Tank muss am Ende des Abrechnungszeitraums abgezogen werden. Bei Erdgas oder Fernwärme sollte der Anfangszählerstand mit dem in der Vorjahresabrechnung angegebenen Endstand verglichen werden, um ganz sicherzugehen. Eine Beschichtung oder der Anstrich des Tanks sind nicht umlagefähig, die Reinigung des Öltanks schon.

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