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WWDC:Diese Neuerungen hat Apple auf der Entwickler-Konferenz vorgestellt

Apple Annual developers conference

Apple-Chef Tim Cook auf der WWDC-Entwicklerkonferenz in San Francisco

(Foto: AFP)

Siri gibt es bald auch für Macbooks und iMacs, Nutzer können ihre Laptops per Apple Watch entsperren - und der heimliche Hit ist die Nachrichten-App.

Auf der jährlich stattfindenden Entwickler-Konferenz WWDC hat Apple gezeigt, dass der Konzern sämtliche seiner Plattformen von Grund auf erneuert. Während sich die Konkurrenten, zum Beispiel Google und Facebook, in den ersten Präsentationen auf ihren Konferenzen stark auf Fortschritte im Bereich der künstlichen Intelligenz (KI) fokussierten, hat Apple entschieden, sich vor allem auf Nutzer zu konzentrieren. Die wichtigsten Neuerungen im Überblick:

iOS 10:

Wie jedes Jahr haben auf der Konferenz neue Ideen rund um das mobile Betriebssystem iOS die meiste Zeit in Anspruch genommen. Die vier wichtigsten Updates.

1.) Mit der "Raise to wake"-Funktion leuchtet der iPhone-Bildschirm automatisch auf, wenn das Gerät geneigt wird. Die Funktion gibt es seit der Apple Watch. Wie angenehm diese Funktion sein wird, hängt davon ab, wie schnell das Telefon reagiert.

2.) Das iPhone nutzt seine 3-D-Touch-Funktion ausgiebiger. Das Display reagiert darauf, wie stark die Oberfläche gedrückt wird (faktisch ist es der Rechtsklick für Mobilgeräte). Apps können damit nun effektiver vom Sperrbildschirm aus angesteuert werden - um auf Nachrichten zu antworten, sich einen Livestream anzuschauen oder zu verfolgen, wie weit entfernt das per App bestellte Uber-Auto ist.

3.) Siri öffnet sich für Entwickler. Es ist ein Schritt, den die Konkurrenz bereits gegangen ist, nun zieht Apple nach. Für Nutzer heißt das: Wenn sich Entwickler darum kümmern, kann Siri bald zum Beispiel Nachrichten direkt per WhatsApp (oder WeChat oder Slack) verfassen, ein Auto per App bestellen oder gezielt nach Fotos suchen. Und: Siri gibt es nun auch für iPhones und iPads (siehe unten).

4.) Die Messenger-App wird komplett neu ausgerichtet und spielerischer. Dieser Teil der Vorstellung hat mit am meisten Platz eingenommen. Das erklärt sich vermutlich dadurch, dass es sich bei den Nachrichten um die meistgenutzte App auf iOS-Geräten handelt.

Die Nachrichten zeigen nun die Bildvorschau eines Links, und geben Videos oder Lieder direkt in der App wieder. Nachrichten können in unterschiedlichen Größen verschickt werden (das Text-Äquivalent zu laut, leise, genuschelt). Nutzer können ihre Botschaften individualisieren und auch den Bildschirm-Hintergrund verändern.

Emojis werden deutlich größer dargestellt, und auf Wunsch können einzelne Worte durch Emojis ersetzt werden. Es ist eine der Änderungen, für die Apple auf künstliche Intelligenz zurückgreift.

Im Gegensatz zu Google und Facebook, deren Nachrichten-Apps ebenfalls auf KI setzen, werden die Nachrichten von Apple auch weiterhin Ende-zu-Ende verschlüsselt. Das heißt, die Botschaft ist so stark verschlüsselt, dass niemand außer Sender und Empfänger sie lesen kann. Bei Google und Facebook muss sich der Nutzer entscheiden: Entweder die Nachrichten werden abgesichert, oder aber die künstliche Intelligenz unterstützt den Nutzer.

Die Nachrichten-App wird ebenfalls für Entwickler geöffnet. Alle großen Konzerne versuchen die Kommunikation, die zwischen Nutzern stattfindet, als eigene Plattform zu etablieren. Die Überlegung ist, dass Nutzer oft genug nicht die App verlassen wollen, wenn sie von dort aus mit ihren Kollegen und Freunden chatten. Also wird dieser Ort Stück für Stück umgebaut. Aus diesem Grund setzt Facebook auf Chat-Bots. Mit der Öffnung für Entwickler zieht Apple jetzt nach.