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Verschlüsselung bei Smartphones:Was die Sicherheit kostet

Und wie ruft man nun jemanden sicher an? Es ist fast wie bei der normalen Telefon-App eines Smartphones. In der Telefon-App gibt man die Nummer des Gesprächspartners ein und drückt auf die Wählen-Taste. Wie lange es dauert, die Verbindung aufzubauen, hängt von der Internetverbindung und deren Reaktionszeit ab, mobile Netzwerke brauchen dazu meist etwas länger.

Dies gilt besonders, wenn man in einem Gebiet ist, in dem es nur langsame Verbindungen gibt, zu erkennen an einem G oder einem E neben dem Balken, der die Stärke des Funksignals anzeigt. Ist die Verbindung gut, dauert es kaum länger als bei einem gewöhnlichen Telefon, bis es beim Gesprächspartner klingelt. Bei schlechten Verbindungen oder wenn ein Gesprächspartner sich am anderen Ende der Welt aufhält, dauert es einige Sekunden länger.

Wie gut oder schlecht eine Verbindung ist, merkt man allerdings auch an der Zeit, die benötigt wird, um Sprache zu übertragen. Bei guten Verbindungen ist kaum ein Unterschied zu herkömmlichen Telefonen spürbar, bei schlechten können die Latenzen aber schon so lang werden, dass Gespräche immer wieder kurz stocken. Und auf der Autobahn brechen die Gespräche auch gerne mal ab. Sicherheit hat ihren Preis.

300 Euro für eine Karte

Bleiben zwei wichtige Fragen: Was kostet das und wie sicher ist es? Für die Verschlüsselung per Krypto-Karte verlangt Secfone eine einmalige Gebühr von 300 Euro für die Karte und etwa 50 Euro im Monat. Wer lieber einen eigenen Server betreiben will, kann das tun, das wird dann aber teurer.

Ohne Schwachstellen ist keines dieser Systeme. Die erste sind natürlich die Android-Handys, zwar versuchen die Apps von Secfone alles zu blockieren, was die Sicherheit gefährden könnte. So verhindert die App zum Beispiel, dass ein Angreifer heimlich das Mikrofon einschaltet oder anzapft, während der Nutzer vermeintlich ein verschlüsseltes Gespräch führt. Aber andere Apps haben genauso viele Rechte im Betriebssystem.

Deshalb bietet Secfone auch noch Android-Handys an. Sie sehen aus wie Seriengeräte, auf ihnen läuft aber eine besonders gehärtete Version des Betriebssystems, das Eingriffe von außen verhindert. Nachteil: Nutzer können darauf keine Apps installieren, sondern nur solche, die vom Administrator in der Firma oder von Secfone signiert sind. In aller Regel wird man also ein zweites Handy für normale Smartphone-Apps brauchen.