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Social Media:Twitter kennzeichnet ab sofort staatsnahe Medien

Twitter-Account von Xinhua

Label zur besseren Einordnung: Auch der deutsche Account von Xinhua ist mit dem Hinweis "Staatsnahe Medien in China" versehen.

(Foto: Twitter/Xinhua Deutschland)

Betroffen ist beispielsweise die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua. Twitter gibt an, seinen Nutzern mit der neuen Maßnahme bei der Einordnung von Informationen helfen zu wollen.

Das soziale Netzwerk Twitter versieht eine Reihe von Nutzerkonten mit Verbindung zu Regierungen künftig mit Symbolen, um seinen Usern eine bessere Orientierung zu bieten. Diese sollten ab sofort anzeigen, wenn es sich um Accounts von Regierungsmitgliedern oder Spitzendiplomaten handele, teilte das Unternehmen mit.

Betroffen davon seien auch staatsnahe Medien sowie deren Herausgeber oder hochrangige Journalisten. Solche Medienkonten würden ab sofort von Twitter auch nicht mehr anderen Nutzern für Abonnements empfohlen. So führt das Unternehmen aus San Francisco beispielsweise seit Donnerstag die chinesische Staatsagentur Xinhua mit dem Label "Staatsnahe Medien in China", das russische Medium RT bekam den Hinweis "Staatsnahe Medien in Russland".

Laut Twitter sollen die Maßnahmen der besseren Einordnung von Informationen im öffentlichen Gespräch dienen. "Ein wichtiger Teil dieser Arbeit besteht darin, den Menschen einen Kontext zu bieten, damit sie fundierte Entscheidungen darüber treffen können, was sie sehen und wie sie sich auf Twitter engagieren."

Sozialen Medien war in der Vergangenheit immer wieder vorgeworfen worden, zu wenig Verantwortung für Inhalte zu übernehmen, die über ihre Plattformen in die Welt gelangen. Ein Beispiel sind Fake News. Im Mai hatte Twitter erstmals einen Post von US-Präsident Donald Trump mit einem Warnhinweis versehen - dabei ging es um die vermeintliche Betrugsgefahr bei der Briefwahl. Jüngst entfernte dann auch Facebook einen Video-Post des Präsidenten, in dem eine Falschinformation zum Thema Corona enthalten war.

© SZ.de/dpa/jobr/bix

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Von Max Muth

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