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Technik:Unbegrenzter Speicherplatz für Fotos und Videos

Während ungewiss ist, wie viele Menschen mit dem Google Assistant sprechen wollen, wird ein anderes Feature kurzfristig wohl einen deutlich höheren Marketing-Wert haben. Wer ein Pixel kauft, erhält unbegrenzten Speicherplatz für alle Fotos und Videos. Bislang galt das nur für komprimierte Bilder, Pixel-Besitzer können so viele 4K-Videos in die Cloud laden und dort sichern, wie sie wollen. Falls die Kamera hält, was Google verspricht, könnte das Pixel-Phone für viele Hobby-Fotografen die Kompaktkamera ersetzen - die dürften entsprechend dankbar sein, ihre Fotos nicht lokal auf dem Smartphone speichern zu müssen.

Der Speicherplatz nämlich ist nicht allzu üppig bemessen. Im Gegensatz zum iPhone steht keine Variante mit 256 Gigabyte zur Auswahl. Die Einstiegsversion bietet 32, das größere Modell 128 Gigabyte. Das Smartphone gibt es in Schwarz ("Quite Black") und Silber ("Very Silver"), auf der Bühne zeigte Google auch ein blaues Modell ("Really Blue"), das bislang aber nicht im Webshop gelistet ist. Deutsche Kunden können das Pixel bereits vorbestellen, die Preise bewegen sich auf dem Niveau der neuen iPhones. Im Google-Store kostet das 5-Zoll-Gerät mit 32 Gigabyte 759 Euro, die größere 5,5-Zoll-Variante mit 128 Gigabyte liegt bei 1009 Euro.

Spitzen-Hardware, Spitzen-Preise

Diese Preise zeigen, dass Google eindeutig auf den High-End-Markt abzielt. Während die Nexus-Reihe früher Spitzen-Hardware zu Mittelklasse-Preisen bedeutete (das Nexus 6P bestätigt als Ausnahme die Regel), passt sich Google jetzt den direkten Konkurrenten Apple und Samsung an. Für das Pixel-Phone hat Google mit HTC zusammengearbeitet, davon war auf der Bühne aber kein Wort zu hören. Die Nexus-Geräte wurden offensiv als Kooperationen mit unterschiedlichen Herstellern wie LG, Motorola oder Huawei vermarktet, das Pixel ist nur noch als Google-Gerät erkennbar (das soll auch der Grund gewesen sein, warum Huawei, angeblich Googles bevorzugter Partner, die Zusammenarbeit beendet hat).

Viele Tech-Nerds halten Nexus-Smartphones für die besten Android-Handys. Samsung mag bessere Hardware bauen, doch verzögerte oder komplett ausbleibende Updates sowie die veränderte Oberfläche des Betriebssystems schreckten die meisten Geeks ab. Trotzdem eroberte die Nexus-Serie nie den Massenmarkt. Software-Details sind für technisch weniger versierte Nutzer kein Entscheidungskriterium beim Kauf. Außerdem mussten die Geräte im Google-Store gekauft werden und waren nur teilweise zusammen mit Mobilfunkverträgen direkt bei den Providern erhältlich.

Das Pixel soll all das ändern: Es verbindet Premium-Hardware mit einer puren Android-Version (das erste Smartphone mit Android 7.1), bietet die schnellsten Software-Updates und wird auch von Mobilfunkanbietern angeboten (Verizon in den USA, Telekom in Deutschland). Es ist in jeder Hinsicht eine Annäherung an Apple. Leider auch beim Preis.

© SZ.de/fie
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