Selbstfahrender Lieferroboter Dieser Roboter soll Bestellungen anliefern - von alleine

Sieht aus wie eine Mini-Mülltonne mit sechs Rädern und Antenne: der Starship Trooper.

(Foto: PR)

99 Prozent des Weges legt der Lieferroboter der Skype-Gründer autonom zurück. In den USA fährt er bereits durch Innenstädte.

Von Jürgen Schmieder

Drohnen sind ein wunderbares Spielzeug für all jene, denen ferngesteuerte Autos zu langweilig sind oder die unbedingt ihre Heimatstadt von oben filmen wollen. Aber kann sich jemand vorstellen, dass in diesem Jahr die Pizza oder chinesisches Fast Food von einem dieser unbemannten Flugzeuge geliefert werden? Nein?

Nun, die beiden Skype-Gründer Janus Friis und Ahti Heinla glauben auch nicht daran. Also haben sie mit ihrer Firma Starship Technologies im vergangenen Herbst ein selbstfahrendes Gerät vorgestellt, dessen Prototyp nun in San Francisco, Los Angeles und Boston unterwegs ist. Es handelt sich um einen Roboter, der 50 Zentimeter hoch ist und aussieht wie eine Mini-Mülltonne mit sechs Rädern und Antenne.

Bücher, Brötchen - und bald auch Pizzas?

Er kommt auf eine Geschwindigkeit von 6,44 Kilometern pro Stunde und ist damit nur ein wenig langsamer als ein Fußgänger. Aufgrund seiner Maße und seines Tempos ist er freilich nicht geeignet, größere Menge zu transportieren oder weitere Strecken zu fahren. Doch könnte er eine Alternative für die Kurzstrecke sein: für Bücher und Brötchen, für T-Shirts und Dokumente - aber auch für Pizza, schließlich soll eines der Nachfolgemodelle einen Thermo-Behälter haben.

Der Roboter könne Waren innerhalb eines Radius von drei Kilometern in weniger als 30 Minuten liefern, der Kunde öffnet den Roboter-Deckel per App. "Er kann die Straße überqueren, so wie es auch Menschen tun", sagte Heinla: "Er kann über seine Sensoren Autos erkennen und wird die Straße nur überqueren, wenn es auch wirklich sicher ist."

"Die Polizei kommt in fünf Minuten. Wir filmen dich gerade"

Mehr als 99 Prozent der Strecke vom Geschäft zum Kunden könne das Gerät autonom absolvieren, in Notfällen soll ein Mitarbeiter des Unternehmens live eingreifen - wie auch dann, wenn jemand den Inhalt stehlen möchte. Heinla sagt: "Wenn sich jemand am Roboter zu schaffen macht, dann kann der Bediener über einen Lautsprecher sagen: "Die Polizei kommt in fünf Minuten. Wir kennen deine Position und wir filmen dich gerade." Das Unternehmen verspricht, mit seinen Geräten die Kosten für den Transport enorm zu senken "Keine Kosten, keine Wartezeit, keine Umweltverschmutzung", verspricht Heinla.

Fazit: Ein selbstfahrender Roboter, der einem die Zutaten fürs Abendessen bringt, klingt futuristisch, gleichzeitig aber auch realistisch genug, dass er tatsächlich bald im Einsatz sein könnte.

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