Paketzustellung Amazon rüstet Drohnenflotte auf

Die zweite Version der Amazon-Drohne.

(Foto: dpa)
  • Amazon hat die zweite Version seiner Lieferdrohne vorgestellt.
  • Sie soll Teil einer ganzen Drohnen-Flotte für verschiedene Einsatzbereiche und Umgebungen werden.
  • Ex-"Top Gear"-Moderator Jeremy Clarkson wirbt für das neue Modell.

Er war einer der Stars in der britischen Fernsehwelt - Jeremy Clarkson. Ungestüm zerlegte er in seiner Autosendung "Top Gear" vor laufender Kamera Fahrzeuge. Mit Worten - und notfalls auch mit der Abrissbirne. Und: Er galt als unbestechlich. Doch nach einer Attacke auf einen Producer war er seinen Job bei der BBC los.

Amazon nutzt seine Popularität und hat ihn vor einigen Monaten unter Vertrag genommen - ein Vertrag, der nach Berichten aus US-Medien insgesamt 250 Millionen Dollar schwer sein soll. Eine seiner neuen Aufgaben: das neue Modell der Lieferdrohne von Amazon im Video vorzustellen. Wenn das der Clarkson macht, so ist wohl die Logik, dann glauben die Leute auch, dass die Lieferung via Drohne wirklich ein Thema ist.

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Unbemannte Fluggeräte sollen die bestellte Ware direkt vor der Tür ablegen. "Prime Air" nennt Amazon-Gründer Jeff Bezos den futuristischen Service, den sein Unternehmen plant. Allerdings gibt es noch einige Hindernisse.

Er selbst spricht im Video von einer Geschichte "aus der nicht allzu fernen Zukunft". Wie auch immer: Das neue Modell erinnert an und fliegt wie ein kleines Flugzeug, kann aber als Drohne senkrecht starten und landen. In dem Video heißt es, die Drohne könne rund 24 Kilometer zurücklegen und fliege in einer Höhe von etwa 120 Metern.

Den ersten Prototypen hatte Amazon-Chef Jeff Bezos vor zwei Jahren bei einem TV-Interview präsentiert. Gleichzeitig kündigte der Konzern für die Zukunft den schnellen Lieferservice Prime Air mit Zustellung von Waren binnen 30 Minuten an.

In dem aktuellen Video heißt es auch, dass das Unternehmen eine ganze Familie von Drohnen für verschiedene Einsatzbereiche und Umgebungen entwickeln werde. Das neue Modell könne beispielsweise dank seiner Sensoren erstmals auch beweglichen Objekten ausweichen.

Noch in der Testphase

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Eigentlich wollte Amazon schon bald Pakete per Drohne liefern. Doch die neuen Regeln der US-Flugaufsicht bremsen den Internetkonzern und andere Anbieter - vielleicht auf Jahre.   Von Kathrin Werner

Doch die US-Flugaufsichtsbehörde FAA zeigt sich sehr vorsichtig, wenn es um den kommerziellen Einsatz kleiner Drohnen geht. Erst seit März diesen Jahres dürfen die Amazon-Drohnen überhaupt unter freiem Himmel getestet werden. Kritiker warnen unter anderem vor der Gefahr durch Abstürze etwa wegen schlechter Wetterbedingungen und einem Chaos in der Luft, wenn zu viele Lieferdrohnen unkoordiniert unterwegs sein sollten.

Auch andere Unternehmen arbeiten mittlerweile an der Warenlieferung per Drohnen, hierzulande beispielsweise die Deutsche Post. Auch Google entwickelt in seinem "Project Wing" kleine Fluggeräte, die wie ein Flugzeug unterwegs sind und Waren an einem Seil herunterlassen können. Daneben arbeitet der Supermarkt-Riese Wal-Mart an einem Drohnenkonzept.

In dem Video für Amazon spart Clarkson nicht an großen Worten - "Wunder moderner Technologie" gehören da noch zu den zurückhaltenden. Clarkson schließt mit dem Satz, dass nach der im Video vorgeführten Eillieferung eines Sportschuhes via Drohne die Balance im Universum nun wiederhergestellt sei. Von der Abrissbirne ist gerade nichts mehr zu sehen.