Chinas Robocop

Robocop sieht in Wirklichkeit aus wie eine Ladesäule für Elektroautos und kommt keine Treppen hoch: Anbot ist 1,49 Meter groß, 78 Kilogramm schwer und rollt mit 18 km/h Höchstgeschwindigkeit Verbrechern hinterher. Manche dürfte er an die Daleks aus der Kultserie Doktor Who erinnern, eine nichtmenschliche Rasse, die die Existenz der Menschheit bedroht. Anbot ist mit Mikrofonen, Kameras und einem Notrufknopf am Gehäuse ausgestattet, den Menschen benutzen können. Er könne selbstständig Kontrollfahrten durchführen und nehme Hilfeschreie wahr, heißt es in einem Bericht von Newsweek. Erkennt er eine Notsituation, könne er menschliche Kollegen anfordern. Mit seinem eingebauten Taser kann Anbot Menschen sogar Stromschocks verpassen.

Der Roboter wurde von der National Defense University China entwickelt und soll der Polizei etwa bei der Überwachung großer Menschenmengen helfen. Die Überwachung des öffentlichen Raumes hat in Peking in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Kritiker mahnen, dass Roboter keine Polizisten ersetzen können. "Surely this will end well", kommentierte Edward Snowden ironisch auf Twitter.

Ein ähnlicher Roboter wird zurzeit auch in einem Einkaufszentrum im kalifornischen Palo Alto eingesetzt. Er soll dort Wachleute mit Patrouillenfahrten unterstützen, hat allerdings keinen Taser eingebaut.

Bild: www.youtube.com/user/ChinaViewTV Screenshot 7. Juni 2016, 15:352016-06-07 15:35:22 © SZ.de/mor/jab/mane