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Apple stellt iPhone 4S vor:Das iPhone kann jetzt sprechen

Wer mit dem iPhone 5 gerechnet hat, wird enttäuscht: Statt eines brandneuen Smartphones präsentiert Apple nur eine verbesserte Version des iPhone 4. Das soll schneller sein, bessere Fotos machen - und durch Spracherkennung zum digitalen Butler seines Besitzers werden.

"Lasst uns über das iPhone sprechen", hatte Apple die Einladung ins Hauptquartier nach Cupertino, Kalifornien, überschrieben. Es war eine Einladung, auf die Apple-Kunden und die IT-Branche 16 Monate gewartet hatten.

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Apple präsentiert neues Produkt

Das kann das iPhone 4S

Alte Hülle, neue Elemente - auf das neue iPhone 4S gab es zurückhaltende Reaktionen. Experten hatten von Apple die Präsentation eines iPhone 5 erwartet.

Im Juni 2010 hatte Apple-Gründer Steve Jobs das iPhone 4 vorgestellt, es galt damals fast als konkurrenzlos - und ist es in Sachen Verkaufszahlen heute immer noch: 18 bis 20 Millionen Exemplare des iPhone 4 verkauft Apple jedes Quartal.

Dennoch ist im Oktober 2011 ist vieles anders: Dieses Jahr sollen Smartphones mit den Google-Betriebssystem Android 39 Prozent Marktanteil erreichen, das ist doppelt so viel wie Apples iOS. Und: Auch im Hochpreis-Segment hat Apple inzwischen Konkurrenz durch Modelle von Samsung oder HTC.

Bei seiner ersten großen Produktvorstellung ging es für Apple-Chef Tim Cook, Nachfolger des aus gesundheitlichen Gründen aus dem Vorstand ausgeschiedenen Jobs, deshalb vor allem um die Botschaft an Kunden und Branche: Apple ist immer noch der innovativste Smartphone-Hersteller des Planeten.

Das iPhone wird zum Assistenten

Dafür sorgen soll allerdings kein iPhone 5, sondern eine Weiterentwicklung des aktuellen Modells: Das iPhone 4S bleibt äußerlich identisch zum iPhone 4, allerdings wird es nun auch mit dem A5-Chip angetrieben, der auch im iPad 2 steckt. Der Chip soll doppelt so schnell wie sein Vorgänger sein, für die Grafik bedeutet das eine bis zu sieben Mal schnellere Verarbeitung. Auch die Kamera hat Apple aufgerüstet, der Sensor erfasst künftig acht Megapixel, beim Vorgängermodell waren es fünf.

Soweit, so unspektakulär: Für die Ankündigung des iPhone 4S kassierte Cook anwesenden Journalisten zufolge nur mäßigen Applaus. Spannender als das Gerät selbst ist allerdings eine neue Sprachtechnologie, die das Smartphone zum persönlichen Assistenten machen soll: "Siri" nennt sie sich und wurde 2010 von Apple erworben.

Die Idee dahinter: Nutzer sollen das iPhone nicht nur per Spracheingabe bedienen können, "Siri" soll auch komplexe Sätze und Fragestellungen verstehen. Bei der Präsentation beispielsweise fragte iOS-Chefentwickler Scott Forstall das Gerät "Brauche ich heute einen Regenmantel?", woraufhin dieses "Es sieht so aus, als würde es regnen" antwortete - und auf dem Display die Wetterkarte zeigte.

Siri soll außerdem zum Beispiel Routen anzeigen, Termine planen oder SMS vorlesen können, es kann aber auch als Diktiergerät für E-Mails fungieren. Neben Englisch und Französisch wird es zum Verkaufsstart auch eine deutsche Version von Siri geben.

Mit 16 Gigabyte Speicher und Mobilfunkvertrag wird das iPhone 4S in den USA 199 Dollar kosten, mit 32 Gigabyte 299 Dollar und mit 64 Gigabyte 399 Dollar - das ist deutlich billiger als bisherige Einstiegspreise. Ein iPhone 4 mit acht Gigabyte wird zudem für 99 Dollar zu haben sein und soll offenbar Android-Handys Marktanteile abnehmen. In Deutschland wird das 4S ohne Vertrag 629 Euro kosten. Die Vorbestellung beginnt am 7. Oktober, am 14. Oktober kommt das Gerät auf den Markt.

Apples iPhone 4S

Das neue, alte iPhone