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Neue Spielekonsole:So gut ist die Playstation 4 Pro

PS4 Pro-Premieren-Event

"Watch Dogs 2" profitiert auf der PS4 Pro von der höheren Auflösung.

(Foto: dpa)

Sony bricht mit ungeschriebenen Regeln der Games-Branche. Aber sehen die Spiele wirklich besser aus? Und was bedeutet das für Besitzer der normalen Playstation 4?

Als Sony im September vor die Presse trat, war es ein kleiner Tabubruch für eine große Branche: Spielekonsolen, so die unausgesprochene Regel, können fünf oder sechs Jahre im Wohnzimmer stehen, ohne dass sich ihre Besitzer Sorgen machen müssen, die neuesten Spiele nicht mehr spielen zu können. Und jetzt soll es eine neue Sony-Konsole geben, fast auf den Tag genau drei Jahre, nachdem die Playstation 4 erschienen ist.

Keine Sorge, beteuerte Sony zugleich, um die Spieler zu beruhigen: Die Playstation 4 Pro ist kein Nachfolger, sondern nur ein Update, eine etwas verbesserte Version. Damit stellte sich Sony eine schwierige Aufgabe: Gelingt dem Konzern ein Gerät, dessen erklärtes Ziel es ist, dass es zwar kaum einer wirklich braucht, aber trotzdem viele Menschen haben wollen?

Seit wenigen Tagen ist die Playstation 4 Pro im Handel. Die SZ hat die neue Spielkonsole getestet und beantwortet die wichtigsten Fragen:

Playstation viereinhalb: Für wen lohnt sich die PS4 Pro?

Die Playstation 4 Pro ist etwas größer als neue Version der regulären Playstation 4.

(Foto: Sony Interactive Entertainment)

Ist die Playstation 4 Pro ein Nachfolger der Playstation 4?

Klare Antwort: nein. Sony hat sich selbst harte Regeln auferlegt, um den Markt für Playstation-Spiele nicht in Pro- und Classic-Besitzer zu splitten. Technisch war das eine Herausforderung: Konsolenspiele profitierten bislang davon, dass sie nur auf einem Gerät getestet werden mussten. Die neue Hardware musste also so gebaut werden, dass auch alte Spiele darauf keine Fehler erzeugen. Deshalb hat Sony bei der PS4 Pro auch etwas getrickst: Der Prozessor, also die Hauptrecheneinheit, läuft darin mit höherem Takt, kann aber bei Bedarf auch vom Betriebssystem reguliert werden. Außerdem ist die Grafikeinheit der klassischen PS4 in der Pro zweimal vorhanden - und die zweite Einheit bleibt ausgeschaltet, wenn die Software nicht nach ihr verlangt. So ist die PS4 Pro tatsächlich noch eine Playstation 4, nur eben mit einem stärkeren Motor unter der Haube.

Aber auch die Spieleentwickler haben von Sony klare Ansagen bekommen: Wenn ihr Spiel von der verbesserten Hardware profitieren soll, darf das nicht auf Kosten der regulären Version geschehen. Stattdessen sollen die Pro-Vorzüge - höhere Auflösung, flüssigere Bewegtbilder, mehr grafische Details - stets nur Zusatz sein, während die technischen Anforderungen an die ungetunete Version des Spiels gleich geblieben sind.

Wie gut sehen Spiele auf der PS4 Pro aus?

Nicht alle alten Spiele werden von ihren Entwicklern ein Update erhalten, das die Vorzüge der PS4 Pro ausnutzt. Von "The Witcher 3", das vielfach als Spiel des Jahres 2015 ausgezeichnet wurde, soll es beispielsweise keine verbesserte Version geben. Aktuelle erfolgreiche Titel werden aber größtenteils angepasst - und zukünftige wohl auch. Allerdings ist der Effekt der Pro je nach Spiel sehr unterschiedlich.

"Battlefield 1"

"Es wird nicht erwartet, dass du überlebst"

"Horizon: Zero Dawn", ein Abenteuer-Actionspiel, von dem sich Sony 2017 großen Erfolg verspricht, schafft vor allem dank der HDR-Technologie wirklich beeindruckende Bilder. HDR steht für "High Dynamic Range" und soll ein besonders kontrastreiches Bild schaffen - wenn der Fernseher mitspielt. Steht die Heldin im Gegenlicht der untergehenden Sonne in der Dschungelkulisse, sind auch in besonders hellen und dunklen Stellen des Bildes immer noch Details vorhanden. Die normale Version erscheint dagegen deutlich blasser. Weniger eindrucksvoll ist die höhere Auflösung, zu der die PS4 Pro fähig ist: Sie ermöglicht zwar, dass der Spieler auf Blättern und Kleidern auch feine Strukturen erkennen kann, in der Hektik des laufenden Spiels dürfte diese Nuance aber kaum auffallen.

"Rise of the Tomb Raider" überlässt es dem Spieler, wie er den Motor der PS4 Pro nutzen will. Er kann einstellen, ob er die Rechenleistung der Konsole für flüssigere Bewegungen, höhere Auflösung oder mehr grafische Details einsetzen will. Das jeweilige Ergebnis unterscheidet deutlich und ist Geschmackssache. Grundsätzliche Grafikschwächen des Spiels, wie die irritierend blinkenden Lichtreflektionen auf entfernten Objekten, kann keine der drei Optionen ausbügeln.

"Watch Dogs 2" sieht dank der PS4 Pro sichtbar besser aus. Das Panorama des digitalen San Francisco erscheint auch in weiter Ferne noch gestochen scharf und mit klaren Linien. Die durch die höhere Auflösung mögliche Kantenglättung dürfte auch auf älteren Fernsehern in HD-Auflösung ein sichtbarer Vorteil sein.