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Mögliche Werbe-Allianz von Microsoft, Yahoo und AOL:Alle gegen Google

Der Internet-Konzern Google verdient mit der Web-Werbung Milliarden, während sich die Konkurrenten Microsoft, Yahoo und AOL gegenseitig Kunden abnehmen. Das soll sich einem Bericht zufolge ändern - es wäre eine erhebliche Verschärfung des Kampfes um die Werbe-Dollar.

Wenn es stimmt, was Peter Kafka vom IT-Portal All Things Digital berichtet, steht der US-Internetbranche eine abermalige Eskalation des Kampfes um die Macht am Werbemarkt bevor: Offenbar wollen Microsoft, Yahoo und AOL bei der Internet-Werbung kooperieren, um Marktführer Google in die Schranken zu weisen.

Am Dienstagabend sollen Manager der drei Unternehmen dem Bericht zufolge bei einem Abendessen in New York City die Pläne wirtschaftlich einflussreichen Portal-Betreibern vorgestellt haben. Bei der Kooperation geht es um die Weitervermarktung von Werbebannern, die ein Vermarkter nicht verkauft hat.

Die funktioniert normalerweise so: AOL sichert einem Kunden beispielsweise zu, 50.000 Einblendungen einer Anzeige zu platzieren, erreicht aber die nötigen Zugriffszahlen nicht. Die fehlenden Einblendungen kann die Firma theoretisch weiterverkaufen - diese Weitergabe werden künftig Microsoft, AOL und Yahoo, das in Deutschland auch sueddeutsche.de vermarktet, untereinander regeln. Den Umsatz teilen sich die beteiligten Portale.

Die Unternehmen hoffen, mit dem Weiterverkauf der Werbeplätze jeweils mehr zu verdienen, als wenn sie die Anzeigenpakete einem anderen Vermarkter übergeben würden. Zudem können die Portale nun bei Kunden damit werben, Anzeigen auch auf den Seiten der Partner zeigen zu können. Der Verkauf von Werbeplätzen an fremde Unternehmen inklusive Google soll allerdings weiterhin möglich sein.

Google verdient vor allem mit Suchanzeigen sein Geld, hat aber jüngst mit Yahoo den bisherigen Marktführer für Werbebanner in den USA verdrängt. Yahoo und Microsoft kooperieren ab 2012 auch auf einem anderen Feld: Die Yahoo-Suche wird dann über den Microsoft-Dienst Bing abgewickelt.