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"Kona" im Test:Auch ohne Hochglanzgrafik wirkt "Kona" beklemmend

Ansonsten streift Faubert meist alleine durch den Schneesturm. Im Wald muss er sich gegen Wölfe verteidigen, die ihn angreifen. Wenn er bei solchen Begegnungen verwundet wird, kann ihn der Spieler mithilfe von Schmerztabletten und Erste-Hilfe-Kästen, die er in den verlassenen Häusern findet, verarzten.

Screenshot Kona

Die meisten Häuser, die der Spieler in "Kona" betritt, sehen so aus, als wären ihre Bewohner vor etwas geflohen. Doch vor was?

(Foto: Parabole/PR)

Um in der eisigen Kälte nicht zu erfrieren, muss sich Faubert regelmäßig aufwärmen. Zum Glück liegen fast überall genügend Streichhölzer, Anzünder und Feuerholz herum, mit denen der Spieler die Kamine anfeuern kann. Wenn Faubert unter Druck steht und gestresst ist, zielt er schlechter und läuft nur langsam. Dagegen helfen Zigaretten und Bier.

Carl Faubert führt Buch über alles, was er an Ungereimtheiten und Hinweisen entdeckt. Der Spieler muss bloß hin und wieder mit einer virtuellen Polaroidkamera ein Foto von Dingen machen, die ihm auffallen. Millisekunden später hat Faubert sie feinsäuberlich in das Notizbuch geklebt und sie beschriftet. Das Buch ist liebevoll gestaltet und für den Spieler unbedingt notwendig, um in dem komplexen Fall nicht den Überblick zu verlieren. Denn jeder der Bewohner um den See Atâmipek hat ein größeres oder kleineres dunkles Geheimnis.

Schiefe Gitarrentöne scheppern dem Spieler entgegen

Grafisch kann "Kona" nicht mit den großen Spieletiteln der vergangenen Jahre mithalten: Parabole, das Entwicklerstudio aus Québec, ist klein und veröffentlicht das Spiel eigenständig. Die Entwicklung von Kona wurde unter anderem über Kickstarter finanziert. Bisher hat Parabole vor allem Auftragsarbeiten, zum Beispiel ein Serious Game für das regionale Arbeitsministerium programmiert. Die etwas kantige Grafik stört aber nicht weiter. Es gibt genügend andere Elemente, die dem Spieler trotzdem das Gefühl geben, sich mitten im nordkanadischen Nirgendwo zu befinden.

Da ist zum Beispiel die Musik, die dem Spieler schon im Menü entgegenscheppert, bevor das eigentliche Game startet. Der Soundtrack stammt von der ebenfalls québecischen Folkband Curé Label. Die verstimmten Gitarren- und Geigenklänge passen in das Bild, das Kona von Nordkanada in den Siebzigern zeichnet. Die Musik hat im Spiel ihren festen Platz: Der Spieler kann sie über das Autoradio in Fauberts Pickup oder die Plattenspieler der Dorfbewohner einschalten, wenn ihm die Stille zu viel wird. Das macht die trostlose Szenerie aber nicht weniger beklemmend, eher im Gegenteil.

Die Lösung des Falls nimmt je nach detektivischem Geschick drei bis sechs Stunden Spielzeit in Anspruch. Die Episode am Lake Amâtipek ist der erste Teil einer vierteiligen Serie, die weiteren Erscheinungsdaten sind noch nicht bekannt. Wenn die folgenden Kapitel ähnlich packend sind wie der erste Teil, lohnt sich das Warten auf jeden Fall.

"Kona" ist am 17. März 2017 für Linux, Mac, PC, Playstation 4 und Xbox One erschienen. Das Game ist mit Oculus Rift in VR spielbar.

© SZ.de/sih/mane

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