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IT-Konzern mit Rekordzahlen:Warum Apple so gut funktioniert - und welche Gefahren lauern

Analysten sprechen von "Monsterzahlen", der Aktienkurs springt nach oben: Mit seinen Quartalszahlen beeindruckt Apple die Branche. Weshalb das Unternehmen derzeit so erfolgreich ist, auf welche Entwicklungen es setzt und welche Faktoren den Konzern bremsen könnten.

Apple setzt Maßstäbe: Ein Quartalsgewinn von 13,1 Milliarden Dollar lässt die Analysten von "Monsterzahlen" sprechen, vor allem im Smartphone- und Tablet-Markt kann der US-Konzern überzeugen. Auch nach dem Tod von Firmengründer Steve Jobs scheint das Geschäftsmodell des Unternehmens zu funktionieren - dennoch ist der Ausblick nicht ungetrübt. Ein Überblick über die Gründe für die Rekordzahlen, die Hoffnungen des Konzerns und die Faktoren, die Apple die Suppe künftig doch versalzen könnten.

Apple Reports Quarterly Earnings

Apple: Quartalsgewinn von 13,1 Milliarden Dollar beeindruckt die Branche.

(Foto: AFP)

Warum funktioniert Apple derzeit so gut?

[] Günstige Einstiegsdroge

Wer sich in die Reihe der iPhone-Besitzer stellen will, muss nicht mehr allzu tief in die Tasche greifen. Gerade in den USA verkauft der Konzern das iPhone 3G und 4 deutlich günstiger als das aktuelle Modell - und macht die alten Versionen damit zur "Einstiegsdroge" für die Apple-Welt. Wer auf den Geschmack kommt, landet anschließend nicht selten bei iPad und Mac. Das funktioniert laut Apple-Chef inzwischen auch in der Unternehmenswelt: Nicht mehr nur Werber und Grafiker arbeiten mittlerweile mit Apple: Große Konzerne würden reihenweise Apple-Produkte ordern oder sie zumindest in ihren Netzwerken dulden, verkündet das Unternehmen.

[] Markenfetischismus und Massenphänomen

Der Macintosh war 1984 noch ein wahres Nischenprodukt, nur geringe Stückzahlen gingen über die Ladentheke. Inzwischen sind Apple-Geräte Massenware. 37 Millionen verkaufte iPhones, mehr als 15 Millionen iPads und gut fünf Millionen Mac-Computer verkaufte der Konzern allein im vierten Quartal 2011. Windows-Laptops müssen zwar nicht immer wie auf diesem Foto eines US-Hörsaals mit der Lupe gesucht werden, doch die Apple-Geräte gelten als Statussymbol. Allerdings bestreiten die meisten User, dass sie Markenfetischisten seien und aus Imagegründen ein Apple-Produkt gekauft hätten - gerne verweisen sie stattdessen auf die Funktionalität und die haptischen Qualitäten. Aber dennoch käme für sie kein Highend-Smartphone aus dem Hause Samsung in Frage, das genauso viel oder noch mehr kann und ebenso hochwertig verarbeitet ist.

[] Die Dominanz des iPads

"Es wird der Tag kommen, an dem mehr Tablet-Computer als PCs verkauft werden", prophezeite Cook bei der Vorstellung der Quartalszahlen. Im vergangenen Quartal haben sich Tablet-Computer in den USA bereits besser verkauft als Desktop-PCs. Und davon profitiert vor allem das iPad. Zum einen, weil es das Erste seiner Art war und Apple damit Maßstäbe gesetzt hat - und die Konkurrenz zu spät aus den Startlöchern kam. Zwar haben die meisten Hardwarehersteller inzwischen Tablet-PCs im Portfolio, aber Geräte wie das Acer Iconia, das Sony Tablet oder das Samsung Galaxy Tab finden nur wenige Käufer. Dem Kindle Fire von Amazon wird zwar zugetraut, ein ernsthafter Konkurrent zu werden, im vergangenen Quartal scheint die um die Hälfte billigere Alternative allerdings die Verkaufszahlen nicht negativ beeinflusst zu haben.

[] Preisdumping bei den Zulieferern

Es gibt immer wieder Nachrichten von verheerenden Arbeitsbedingungen bei Apples Zulieferern. Der Bericht "iSlave behind the iPhone" der Hongkonger Organisation "Students & Scholars Against Corporate Misbehaviour" zum Beispiel berichtete im September 2011 von erzwungenen, unbezahlten Überstunden. 2011 kam es zu einer Reihe von Suiziden beim Lieferanten Foxconn. Ein ehemaliger Apple-Manager berichtete kürzlich in der New York Times, wie die Ausbeutung der Foxconn-Mitarbeiter als Standortvorteil genutzt werde. So habe sich Steve Jobs kurz vor dem Verkaufsstart des iPhones dafür entschieden, ein anderes Glascover für die Frontseite haben zu wollen. Sodann sei ein Vorarbeiter bei Foxconn in die Schlafsäle der rund 8000 Arbeiter gegangen und habe sie nachts geweckt, jedem einen Keks und eine Tasse Tee gegeben und sie ans Fließband geschickt. Natürlich habe es für die Mehrarbeit keine Sonderzahlungen gegeben. So produziert belaufen sich die reinen Herstellungskosten beim 16-GB-Modell des iPads auf 259,60 Dollar. Verkauft wird es für etwa 500 Dollar.

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