Geo-Blocking Wer aus Sicherheitsgründen ein VPN nutzt, hat Pech gehabt

Wie viele Nutzer sich über VPNs einwählen, kann oder will Netflix nicht offenlegen. Doch nicht jeder, der seine Identität online verschleiert, tut das, um eine bessere Netflix-Version nutzen. Viele Nutzer handeln aus Sicherheitsgründen. Sie wollen nicht, dass ihr Standort übermittelt und ihre Aktivitäten im Internet nachvollzogen werden können. Und in Ländern wie China, die eine sehr restriktive Internetpolitik haben, sind Proxy-Server und VPNs für viele Menschen ein wichtiges Mittel, um diese Beschränkungen zu umgehen.

Warum Nutzer ihren Standort verschleiern und wo sie vorgeben zu sein, spielt anscheinend keine Rolle für die Blockade: So melden mehrere Netflix-Abonnenten, dass sie zwar ein VPN vorgeschaltet hätten, sie damit aber nicht vorgäben, im Ausland zu sein. Die deutsche Netflix-Version bleibe ihnen trotzdem verwehrt: Nur wer das VPN ganz ausschalte, könne den Streamingdienst uneingeschränkt nutzen.

Die Lösung: Ein globales Internetfernsehen

Damit Nutzer künftig nicht mehr auf VPN-Dienste angewiesen sind, um Zugriff auf das volle Programm des Streamingdienstes zu haben, arbeitet Netflix an einer globalen Strategie: Das Unternehmen erwirbt verstärkt internationale Rechte. Alle neuen Eigenproduktionen wie "Narcos" oder "Master of None" starten zur gleichen Zeit in allen Ländern, dasselbe gilt für neue lizensierte Serien wie "Gotham".

Anders sieht es bei Inhalten aus, deren Rechte Netflix bereits vor längerer Zeit gekauft hat: "House of Cards" etwa, die erste eigene Netflix-Serie, läuft in den USA am 4. März an, in Deutschland ist sie jedoch zuerst exklusiv auf Sky zu sehen. Deutsche Netflix-Kunden müssen sich gedulden. Auch die Erfolgsserie "Friends" können Nutzer in den USA anschauen, in Deutschland ist sie jedoch nicht verfügbar.

"Bisher gab es immer regionale Erscheinungstermine, und wenn kein deutscher Sender die Rechte für eine bestimmte Serie gekauft hat, konnte man sie in Deutschland auch nicht sehen", sagt Netflix-CEO Hastings im SZ-Interview. "Das ist auf Dauer frustrierend und nicht mehr zeitgemäß in unserer heutigen Welt, in der alles online jederzeit verfügbar ist." Er sehe Netflix als "globales Internetfernsehen", mit dem die Menschen in Dubai neue Serien zur selben Zeit sehen können wie in Kanada oder Deutschland.

Ein Wettlauf zwischen Netflix und den VPN-Diensten

Künftig soll Netflix nach der Vorstellung von Hastings "global verfügbar sein und den Leuten Zugang zu denselben Inhalten zur selben Zeit von überall aus ermöglichen. Das ist etwas, das es so in der Geschichte von Film und Fernsehen noch nicht gab." Doch bis dieses Vorhaben umgesetzt ist, wird es noch eine Weile dauern, schließlich kann Netflix nur bei neuen Verträgen über globale Rechte verhandeln.

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Und solange es kein wirklich globales Angebot gibt, dürfte es einen anhaltenden Wettlauf zwischen Netflix und den VPN-Diensten geben: der Streamingdienst wird versuchen, neue Methoden zu finden, um Geo-Blocking zu ermöglichen - und die Firmen hinter VPN- und Proxy-Diensten werden versuchen, diese mit immer neuen Tricks zu umgehen.