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Flirten per Smartphone:Diese fünf Dating-Apps sind Alternativen zu Tinder

Eine Flirt-Plattform für Bärtige oder eine Anwendung, die bei der ersten Kontaktaufnahme hilft - für jedes Bedürfnis gibt es Dating-Apps. Ein Überblick in Bildern.

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Bristlr

Dating-Apps

Quelle: Screenshot

Was ist anders?

Es geht um Bärte. Einerseits sollen deren Träger verkuppelt werden. Andererseits soll fündig werden, wer selbst keinen Bart hat, aber jemanden mit Bart sucht. Außerdem bewerten die Nutzer gegenseitig ihre Bärte.

Erfahrung

Anstelle der sexuellen Orientierung wird auf Bristlr zwischen "Beards only!", "No beards thanks" und "I don't mind" gewählt. Der Rest funktioniert nach klassischen Regeln: Nutzer können geherzt werden. Wer sich gegenseitig herzt wird verkuppelt.

Bristlr-exklusiv ist die Rubrik "Rate Beards". Hier werden fremde Bärte mit Sternen bewertet. Die 25 beliebtesten Bartträger innerhalb von 100 Kilometern dürfen ihr Profil mit dieser Auszeichnung schmücken. Alle anderen erhalten keine Auskunft, wie gut der eigene Bart ankommt. Die Bristlr-Macher erklären das so: "Leute mit vielversprechenden Bärten macht es wahrscheinlich traurig, wenn sich ihre Erwartungen nicht in den Bewertungen widerspiegeln. Wir wollen niemanden auf seiner Reise entmutigen, sich den perfekten Bart wachsen zu lassen."

Fazit

Bristlr erklärt die Gesichtsbehaarung zur verletzlichsten Eigenschaft des Mannes — und bettet sie in eine wattierte, digitale Komfort-Zone, frei von Dislikes. Da wird schnell klar, welches Attribut die Vollbartträger von heute in erster Linie erfüllen wollen: Flauschigkeit. Da kann nicht viel schiefgehen. Aber auch nicht viel passieren.

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Happn

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Was ist anders?

Das Motto von Happn lautet: "Finde wieder, wem du begegnest". Über die Ortungsdienste des Handys merkt sich die Anwendung jede Straßenkreuzung, die ihre Nutzer passieren. Wer im echten Leben aneinander vorbeiläuft, wird via App verkuppelt. Auf einer Karte ist sogar einsehbar, wo genau man dem anderen Nutzer begegnet ist.

Erfahrung

Im ersten Schritt fordert die App die Erlaubnis, jederzeit den eigenen Standort zu registrieren. Danach ist jeder Passant auch ein potenzielles Match — Happn läuft also nicht nur in der Hosentasche mit, sondern vor allem im Kopf. Natürlich ist es witzig, Gesichter von der Straße in der App wiederzuerkennen. Doch will man wirklich die Anonymität der Großstadt dafür eintauschen?

Fazit

Ein flüchtig ausgetauschter Blick mit Fremden ist gerade deshalb so aufregend, weil er vergänglich ist. Happn hat andere Pläne. Kreuzungsweise archiviert die App buchstäblich jeden Augenblick. Manche Menschen sieht man nur einmal im Leben — und bei einigen ist das auch ganz gut so.

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How About We

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Was ist anders?

"How About We" hat sich ein Problem vorgeknöpft: den Eisbrecher. Dafür sollen die Nutzer den Namen der App besonders originell komplettieren: "Wie wäre es, wenn wir...?" Wem der Vorschlag eines anderen gefällt, muss sich nur noch einhaken und mitmachen. Erlösung für alle, die bisher an ihren ungeschickten Anmachsprüchen verzweifelten.

Erfahrung

Die App ist in Deutschland schon recht populär, ihre Nutzer sind aber noch zu brav: Die meisten Münchner schlagen vor, eine Flasche Wein unter dem Friedensengel zu leeren. Eine andere lädt zum Picknick im Englischen Garten. Berliner wollen oft laue Abende am Kanal verbringen. Doch es gibt auch originellere Vorschläge: "Lass uns Tourist spielen und einen Tag lang alle Sehenswürdigkeiten noch mal in einem neuen Licht betrachten". Eine andere will "alle Bäckereien der Stadt abklappern, bis zum Zuckerschock". Noch jemand möchte sich den Traum erfüllen, von einem "Restaurantbesuch, wo wir die Karte nicht verstehen".

Fazit

Das Prinzip der Eisbrecher-App überzeugt durchaus: Die Vorstellung vom ersten Date offenbart wahrscheinlich mehr Gemeinsamkeiten als Film- und Musikvorlieben. Wem es gelingt, sich vom klassischen Dating-Schema Kino-Kneipe-Couch zu lösen, der findet hier vielleicht wirklich Seelenverwandte.

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Badoo

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Was ist anders?

"Love's not a competition, but I'm winning" heißt ein Song der Band Kaiser Chiefs. Auf Badoo steht das außer Frage: Die Suche nach der Liebe ist ein großer, fieser Wettbewerb. Mit Rankings, Punkten und Bestenlisten. Ein komplexes Strategie-Spiel, gegen das Tinder wirkt wie Moorhuhn zum Wischen.

Erfahrung

Die auswendig gelernten Eisbrecher und das verführerische Profilfoto? Erstmal wertlos. Denn bei Badoo entscheiden digitale Vitrinen über die Attraktivität. Sie sind voller Auszeichnungen und erhaltener Geschenke, bei einer Nutzerin ist etwa zu lesen: "War am 11. Juni 2014 eine der freundlichsten Personen der Woche". Darunter sieht man drei opulente Blumensträuße. Wer so einen virtuellen Strauß verschenken will, schuldet Badoo übrigens 2,99€. Geld verprassen für ein paar Pixelrosen — ist das jetzt das neue Sexy?

Fazit

Ohne Auszeichnungen oder Geschenke hat man auf Badoo nicht viel zu melden. Einen Hoffnungsschimmer gibt es: Gegen Geld wird eine Funktion freigeschaltet, die neue Mitglieder sichtbar macht, "sobald sie sich anmelden". Eine lüsterne Türsteher-Existenz, um Neuankömmlinge abzupassen, bevor diese die Party überhaupt betreten haben? Dann lieber gleich draußen bleiben.

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Wing Me

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Was ist anders?

Wing Me Nutzer verkuppeln nicht sich selbst, sondern ihre Freunde. Die Suchenden nominieren Helfer, die ihnen potenzielle Partner handverlesen. Sie dürfen aber auch selbstständig Herzen verteilen. Vorher fordert die App allerdings dazu auf, die Entscheidung mit den persönlichen Beratern zu diskutieren.

Erfahrung

Schnell wird bei Wing Me klar, dass es vor allem um eines geht: sich gemeinsam über Dritte auszulassen. Mit einem Wisch lassen sich andere Nutzer den eigenen Freunden zum Fraß vorwerfen. Dann beginnt der Chat zwischen Noch-Single und Berater. Diese Chance wird hauptsächlich genutzt, um mal kurz über Fremde herzuziehen. Komplizierter wird es, wenn der Berater auch auf der Suche ist. Dann kommt man leicht ins Grübeln: Redet er mir das Date jetzt schlecht, nur um nachher selbst anzubandeln?

Fazit

Was die Partnersuche angeht, ist Wing Me nur eingeschränkt zielführend. Bei einer Dating-App könnte man also sagen: Ziel verfehlt. Doch eines schafft Wing Me: Endlich dürfen auch Vergebene die vielleicht wichtigste Geste der 10er Jahre nachvollziehen: Nach rechts wischen für "Yes", nach links für "Nope". Nicht für einen selbst, sondern für den besten Freund, versteht sich.

© SZ.de/sih/ihe

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