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Billigfluglinie:Hacker erbeuten E-Mail-Adressen und Kreditkartendetails von Easyjet-Kunden

FILE PHOTO: The coronavirus disease (COVID-19) outbreak in Amsterdam

Hat neben dem Kundenrückgang durch Corona jetzt ein weiteres Problem: Die Billigfluglinie Easyjet ist Opfer einer Hackerattacke geworden.

(Foto: Piroschka Van De Wouw/REUTERS)

Millionen Betroffene: Der britische Billigflieger verkündet, Opfer einer besonders raffinierten Hackerattacke geworden zu sein.

Von Max Muth

Der britische Billigflieger Easyjet ist Opfer einer Hackerattacke geworden. Die Angreifer hätten mehr als neun Millionen E-Mail-Adressen von Easyjet-Kunden erbeutet, schreibt das Unternehmen in einer Nachricht an seine Investoren. Zudem seien rund Kreditkarten-Details von rund 2200 Kunden gestohlen worden. Bis zum 26. Mai will Easyjet alle Betroffenen informiert haben. Diejenigen Kunden, deren Kreditkarteninformationen gestohlen wurden, seien bereits benachrichtigt worden. Gemäß der EU-Datenschutzgrundverordnung, an die Easyjet auch nach dem Brexit noch gebunden ist, müssen Betroffene bei "hohem Risiko für ihre Rechte" unverzüglich informiert werden.

Wer nicht von Easyjet kontaktiert werde, müsse sich demnach auch keine Sorgen machen sein, erklärt das Unternehmen. Easyjet schreibt, dass die Angreifer "besonders raffiniert" gewesen sein sollen. Was damit gemeint ist, blieb jedoch zunächst unklar. Betroffenen Kunden wird geraten, in den nächsten Wochen noch wachsamer zu überprüfen, ob es sich bei eingehenden E-Mails um Phishing-Nachrichten handeln könnte, mit denen Hacker Zugangsdaten zu Online-Konten "abfischen" wollen.

Die britische BBC berichtet, dass bereits im Januar erste Anzeichen für den Hack entdeckt worden seien. Easyjet schreibt, das Unternehmen habe sich sofort an die britische Cyber-Sicherheitsbehörde und die zuständige Datenschutzbehörde (ICO) gewandt. Warum die Öffentlichkeit dennoch so spät informiert wurde, ist noch unklar. Auf eine Anfrage dazu antwortete Easyjet bis zur Veröffentlichung dieses Artikels nicht.

© SZ/jab
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