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Ausfall der Webseite:Hacker greifen "New York Times" an

Neue Attacke auf ein internationales Medienunternehmen: Die Webseite der "New York Times" wurde lahmgelegt. Angeblich sollen syrische Hacker dahinterstecken.

Zwei Wochen nach Serverproblemen bei der New York Times hat ein Hackerangriff die Internetseite der Zeitung erneut abstürzen lassen. Eine "bösartige Attacke von außen" sei Grund für den Ausfall, ließ die Zeitung ihre Mitarbeiter wissen und riet beim Versenden sensibler E-Mails zur Vorsicht.

Die Internetseite nytimes.com, eine der beliebtesten US-Nachrichtenseiten, war in der Nacht mehrere Stunden nicht erreichbar. Die New York Times veröffentlichte ihre Artikel vorübergehend unter ihrer IP-Adresse 170.149.168.130, der alternativen URL news.nytco.com sowie auf Twitter und Facebook.

Die "Syrian Electronic Army", die aus Unterstützern des syrischen Machthabers Baschar al-Assad bestehen soll, bekannte sich auf Twitter zu der Attacke. Die angebliche Hackergruppe teilte mit, nicht nur die New York Times, sondern auch die britische Ausgabe der Huffington Post sowie die Website Twitter.com unter ihre Kontrolle gebracht zu haben. Beide Seiten blieben aber erreichbar.

Die Gruppe hat sich bereits zu Attacken auf diverse Twitter-Profile großer Medienunternehmen bekannt, darunter die Financial Times, der britische Sender BBC und die US-Nachrichtenagentur AP. Über das Twitter-Profil von AP wurden Falschinformationen über Explosionen im Weißen Haus und eine Verletzung von Präsident Barack Obama verbreitet. Daraufhin stürzten die Börsen kurzzeitig ab.

Die IT-Abteilung des US-Satiremagazins The Onion erklärte in einem Artikel, wie sie angegriffen wurden. Demnach setzt die "Syrian Electronic Army" auf Phishing-E-Mails, bei denen eine vertrauenswürdig aussehende E-Mail einen schädlichen Link enthält.

Die Gruppe wirft westlichen Medien vor, falsch über den Bürgerkrieg in Syrien zu informieren. Häufig nutzen die Hacker die kurzzeitige Kontrolle, um Propaganda-Botschaften zu verbreiten und etwa zur Unterstützung des Assad-Regimes aufzurufen. Die Washington Post notiert, dass ihre Einträge manchmal Bezüge zur westlichen Netzkultur aufweisen - sie zitieren etwa Meme. Das weist darauf hin, dass die Aktivisten zur syrischen Diaspora gehören. Einen Blogpost der Washington Post, der die "Syrian Electronic Army" als nicht lustig bezeichnete, kommentierte ein der Gruppe angeblich nahestehender Aktivist in einem Interview mit dem Vice-Magazin so: "Haters gonna hate."