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Amazon:Der Kindle Oasis ist purer Luxus

Amazon Kindle Oasis 2017

Der neue Kindle Oasis übersteht auch Tauchgänge in der Badewanne.

(Foto: Amazon / PR)
  • Amazons neuer Kindle Oasis ist ein sehr guter E-Book-Reader - und kostet sehr viel Geld.
  • Für 230 Euro erhält man ein handliches, edles und wasserdichtes Lesegerät, das auch Hörbücher abspielt.
  • Wer sich nicht an Amazon binden will, sollte zu einem der Modelle aus der Tolino-Reihe greifen.

Um es kurz zu machen: nein. "Braucht man das?", fragt diese Serie jede Woche, und natürlich braucht kein Mensch einen E-Book-Reader für 230 Euro. So viel verlangt Amazon für die günstigste Version des Kindle Oasis. Wer mehr Speicherplatz und mobile Datenverbindung will, zahlt 90 Euro mehr.

Amazon ist selbst schuld, dass diese Antwort so eindeutig ausfällt. Für weniger als die Hälfte des Preises gibt es den Kindle Paperwhite. Der kleine Bruder des Oasis ist nicht umsonst der meistverkaufte Kindle und dürfte für die meisten Leser die beste Wahl sein. Dennoch hat das Luxus-Lesegerät seine Daseinsberechtigung.

Um zuverlässig von A nach B zu kommen, reicht ein VW Golf völlig aus. Trotzdem gibt es Menschen, die sich Ferraris kaufen. Genauso ist es beim Kindle: Lesen kann man mit beiden, aber mit dem Oasis macht es einfach mehr Spaß. Das Display ist größer und passt sich automatisch der Umgebungshelligkeit an. Zum Umblättern gibt es praktische Hardware-Buttons seitlich des Bildschirms. Die Rückseite besteht aus Aluminium, das sich edel anfühlt und einen robusten Eindruck hinterlässt.

Der Oasis ist perfekt für Badewannenleser

Nett für Badewannenleser und Hörbuch-Fans: Der Oasis ist wasserdicht und überlebt selbst längere Tauchgänge. Außerdem kann man Bücher parallel lesen und hören, der Fortschritt wird dabei automatisch synchronisiert. Allerdings müssen Amazon-Kunden dafür sowohl Text- als auch Audio-Version kaufen. Genau wie viele moderne Smartphones kommt der Premium-Kindle ohne analoge Klinkenbuchse. Für die Hörbücher sind also Kopfhörer oder Lautsprecher mit Bluetooth-Verbindung nötig.

Die erste Oasis-Generation hatte zwei Akkus: einen kleinen im Gerät, einen größeren in der Hülle. Diesmal verzichtet Amazon auf die Energieversorgung per Cover, wodurch das Gerät etwas schwerer ist als sein Vorgänger - mit knapp 200 Gramm wiegt der Oasis aber immer noch deutlich weniger als ein Taschenbuch, und selbst stundenlanges Lesen ermüdet die Hände nicht.

Statt "Braucht man das?" heißt es letztendlich wohl eher "Will man das?", mit der Anschlussfrage: "Findet mein Bauch genügend Argumente, um meinem Kopf klarzumachen, warum ich so viel Geld für puren Luxus ausgeben sollte?" Und natürlich gilt dieselbe Einschränkung wie bei allen Kindles: Amazon zwingt Kunden ein proprietäres E-Book-Format auf, das mit den Lesegeräten anderer Hersteller nicht kompatibel ist. Je mehr Geld man bei Amazon ausgibt, desto enger bindet man sich an das Unternehmen. Wer unabhängig bleiben will, sollte zu einem E-Book-Reader der Tolino-Reihe greifen.

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In Folge 10 des Podcasts "Das Thema" diskutieren die Redakteurinnen Kathrin Werner und Pia Ratzesberger über die Übermacht von Amazon - und warum die für Kunden zum Problem werden kann.