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Studium:Mit der Altersvorsorge können sich Studenten Zeit lassen

Was ist, wenn man privat versichert ist?

Ist der Nachwuchs privat versichert, hat er die Wahl: Er kann zum Studienbeginn in die gesetzliche Krankenversicherung wechseln oder weiterhin privat versichert bleiben. "Je nach Tarif ist die private Krankenversicherung für einen Studenten aber teurer als eine gesetzliche Absicherung", sagt Verbraucherschützer Opfermann. "Für Beamtenkinder reduziert sich der Beitrag aufgrund der Beihilfe jedoch deutlich." Bei ihnen zahlt der Staat 80 Prozent der Krankheitskosten, das heißt, sie brauchen nur für die verbleibenden 20 Prozent eine private Krankenversicherung. Aus diesem Grund ist die Absicherung besonders günstig. Auch für Lehramtsstudenten, die später einmal Beamte werden wollen, kann eine private Absicherung interessant sein.

Doch Vorsicht: In der privaten Krankenversicherung gilt das Kostenerstattungsprinzip, das heißt, der Versicherte muss Arztrechnungen und Medikamente erst einmal selbst bezahlen. Hat sich ein Student für eine private Absicherung entschieden, muss er das bis zum Ende des Studiums durchhalten.

Was ist mit Nebenjobs?

Bei der Krankenversicherung müssen Studenten achtgeben, dass sie nicht zu viel jobben. Das Einkommen darf 425 Euro im Monat nicht übersteigen, wenn sie in der Familienversicherung bleiben wollen. "Sofern ausschließlich ein sogenannter 450-Euro-Job ausgeübt wird, erhöht sich die Einkommensgrenze auf eben diese 450 Euro", sagt Arag-Experte Tobias Klingelhöfer. Wenn es sich um kein regelmäßiges Einkommen handelt, etwa in den Semesterferien, darf es auch mal mehr sein. Im Zweifelsfall sollten Studenten mit ihrem Krankenversicherer Rücksprache halten.

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Was ist sonst noch zu beachten?

Der Versicherer Arag rät Studenten, sich auch schon um eine Berufsunfähigkeitsversicherung zu bemühen. Damit sorgen sie für den Fall vor, dass sie später aufgrund einer Krankheit oder eines Unfall nicht mehr arbeiten können. Vom Staat gibt es in diesem Fall nur eine karge Erwerbsminderungsrente. Auch Verbraucherschützer raten zum Abschluss einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung schon zu Studienzeiten. "Die Beiträge sind dann noch niedrig und ein Zugang oft noch leicht möglich, weil die Studenten jung sind und kaum Vorerkrankungen haben", erklärt Opfermann. Einige Versicherer bieten Starter-Policen mit besonders günstigen Beiträgen in den ersten Jahren an, die schon für unter 15 Euro im Monat zu haben sind.

Was ist überflüssig?

Mit der Altersvorsorge können sich Studenten noch Zeit lassen, glaubt Opfermann. "Dafür ist ohnehin meist kein Geld mehr übrig." Auch von einer eigenen Hausratversicherung rät er ab. Zum einen sind Studenten, die noch keinen eigenen Haushalt führen, unter Umständen noch über die Eltern versichert. Ein Zimmer im Wohnheim oder in der Wohngemeinschaft, auch wenn es in einer anderen Stadt ist, zählt laut Opfermann noch nicht als eigener Haushalt. "Zudem gibt es wichtigere Policen für Studenten als die Hausratversicherung", sagt er. Die ist höchstens dann sinnvoll, wenn der Student etwa ein teures Fahrrad oder einen kostspieligen Laptop besitzt. Für ein paar wacklige Ikea-Regale lohnt sich eine Hausratversicherung dagegen nicht.