Medienpädagogik:Wie Eltern die Mediennutzung ihrer Kinder begleiten

Den meisten befragten Eltern ist wichtig, wie viel Zeit ihre Kinder vor dem Fernseher oder mit digitalen Medien verbringen - und das unabhängig vom Alter. Etwa 90 Prozent der Mütter und Väter kontrollieren, wie viel ihre Kinder fernsehen und was sie sich anschauen. 76 Prozent versuchen bei der Computer- beziehungsweise Internetnutzung Grenzen zu ziehen; fast ebenso vielen Eltern ist wichtig, welche Computerspiele ihre Kinder spielen und welche Seiten sie im Internet besuchen.

Mehr als jeder zweite Elternteil (62 Prozent) versucht, die Handy- beziehungsweise Smartphone-Nutzung seines Kindes zu beeinflussen. Immerhin 14 Prozent der unter Achtjährigen besitzen bereits ein eigenes Handy; Smartphones sind in diesem Alter eher noch nicht üblich (drei Prozent). Allerdings ist heute bereits in fast jedem Haushalt mindestens ein Smartphone vorhanden, das grundsätzlich einen Internetzugang ermöglicht.

Wer bei der digitalen Medienerziehung in der Pflicht ist

Digitale Medien gehören zum Alltag selbst sehr junger Kinder - doch nicht alle Eltern fühlen sich im Umgang mit Computern, Tablets und Smartphones kompetent. Immerhin jedes fünfte Elternteil gab an, weniger gut bis gar nicht gut mit digitalen Medien umgehen zu können. Und mit Lernsoftwares und Apps speziell für Kinder kennt sich nicht einmal die Hälfte der Eltern gut aus. Allerdings sehen die Befragten übereinstimmend die digitale Medienerziehung vor allem als Aufgabe der Eltern.

Die Schule wird erst vergleichsweise spät relevant: Die Befragten sehen die weiterführenden Schulen maßgeblich in der Verantwortung. Weniger als zehn Prozent erwarten, dass Kinder im Kindergarten mit digitalen Medien vertraut gemacht werden. Wenn es um die Wissens- und Kompetenzvermittlung im Kindergarten geht, stehen demnach andere Dinge an vorderster Stelle, darunter die Vorbereitung auf die Schule.

Warum digitale Medien ein schlechtes Image haben

Die Befragten stehen digitalen Medien kritisch gegenüber: Sie sind der Überzeugung, dass Kinder ohnehin früh genug in Kontakt mit Computer, Tablet und Smartphone kommen - eine digitale Früherziehung lehnen sie deshalb ab. Dahinter steht auch die Befürchtung, dass die Informationsflut im Internet die Kinder überfordert. 35 Prozent der Erzieher und 26 Prozent der Eltern befürchten sogar, dass die digitale Mediennutzung Talente verkümmern lässt.

Dementsprechend glauben drei Viertel der Erzieher, dass von ihnen gar nicht erwartet wird, Kinder im Umgang mit digitalen Medien zu schulen. In den meisten Kindergärten spielen sie keine große Rolle (94 Prozent). Am häufigsten kommen digitale Medien noch zum Einsatz, um Bilder oder Videos zu zeigen.

Das hängt auch mit der digitalen Medienkompetenz des Kita-Personals zusammen: Etwa jeder dritte Erzieher gab an, weniger bis gar nicht gut mit digitalen Medien umgehen zu können; mehr als der Hälfte fehlt demnach ein guter Überblick über die Möglichkeiten, die digitale Medien im Kindergarten bieten. Je besser der Kenntnisstand, desto eher setzen Erzieherinnen und Erzieher beispielsweise Lernprogramme ein.

Ein Bewusstsein für die wachsende Bedeutung digitaler Medien ist aber da: Immerhin 37 Prozent gaben an, sich für eine Fortbildung zum Thema digitale Medien zu interessieren.

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