Vor einer modischen Trennwand stehen futuristische Stühle und Designertische. Eierkopfförmige Lampenschirme baumeln von der kahlen Decke. Die Außenwände sind zu großen Teilen verglast. Auf einem Flachbildschirm flackert ein künstliches Lagerfeuer. Was auf den ersten Blick dem Inventar eines Fast-Food-Restaurants gleicht, ist der Entwurf für die neue Inneneinrichtung der Höllentalangerhütte (Sektion München) im Wettersteingebirge.

Noch in diesem Herbst will die DAV-Sektion München die 138 Jahre alte Bergsteigerunterkunft abreißen lassen. Die Entwürfe erinnern dabei eher an einen Plattenbau als an eine gemütliche Berghütte. Wegen der Lawinengefahr, heißt es. Schon jetzt werden die Gäste mit "internationaler Küche" angeworben. Demnächst sollen dann Zimmer für Paare oder Familien zu buchen sein. "Große Lager sind nicht mehr zeitgemäß", sagt DAV-Sprecher Frank Martin Siefarth. Demnach soll in der neuen Höllentalangerhütte ein Raum mit Flipchart, Beamer und Leinwand eingerichtet werden. Kabelloses Internet sei dann für alle Gäste zugänglich und über das Smartphone empfangbar.

Das neue Konzept sei laut Siefarth unweigerlich "moderner als die Zirbenstube". Mit einer Holzvertäfelungen und Kachelofenatmosphäre hat das Konzept freilich nicht mehr viel gemein. Hätte der Architekt nicht zwei bayerische Musikanten in das Modell seiner Almstube gesetzt - man hätte wohl Schwierigkeiten, sie als solche zu identifizieren.

Bild: oh 13. August 2013, 12:082013-08-13 12:08:10 © SZ vom 13.08.2013/dayk