Katastrophenfall ausgerufen Waldbrand im Landkreis Rosenheim nicht unter Kontrolle

Ein Hubschrauber mit einem Löschwasserbehälter kreist über dem brennenden Bergwald bei Kiefersfelden.

(Foto: dpa)
  • Bei Kiefersfelden im Landkreis Rosenheim brennt seit Donnerstagvormittag ein steiler Hang des Schwarzbergs.
  • Das betroffene Gebiet ist mittlerweile mindestens 500 mal 300 Meter groß.
  • 200 Feuerwehrkräfte, 30 Kräfte der Bergwacht und neun Hubschrauber sind im Einsatz.

Im Landkreis Rosenheim bei Kiefersfelden brennt ein steiler Berghang. Das betroffene Gebiet am Schwarzenberg im östlichen Mangfallgebirge liegt oberhalb von Oberaudorf am Inn und ist mindestens 500 mal 300 Meter groß. "Wir haben noch Glutnester. Wir wissen nicht, wie viele es sind", sagte eine Sprecherin des Landratsamts Rosenheim.

Das Gelände ist nur aus der Luft erreichbar. Wegen des schlechten Wetters konnten bisher jedoch keine Helfer mit Hubschraubern starten, um die Lage von oben einzuschätzen und weiter zu löschen.

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Das Feuer war bereits am Donnerstag ausgebrochen. 200 Feuerwehrkräfte, 30 Kräfte der Bergwacht und neun Hubschrauber bekämpften das Feuer bis zum Abend. Ihr Einsatz wurde mit Beginn der Dunkelheit eingestellt und sollte eigentlich am Freitagmorgen fortgesetzt werden. Dies war jedoch wegen schlechter Sicht durch tiefhängende Wolken nicht möglich. Sobald es möglich ist, soll ein Hubschrauber der Bayerischen Landespolizei das Waldbrandgebiet mit einer Wärmebildkamera überfliegen. Erst seit etwa vier Uhr nachts regnet es vor Ort. "Wir wissen nicht genau, wie viel Arbeit uns der Regen abgenommen hat", sagte die Sprecherin des Landratsamts.

Der Wind hat dafür gesorgt, dass sich die Flammen weiter ausbreiten. Der torfhaltige Boden auf dem Schwarzberg glimmt. Die nahegelegene Ramsauer Alm auf 1090 Meter Höhe wurde von Polizei und Bergwacht vorsorglich evakuiert. "Es ist alles unheimlich trocken, ein Wahnsinn", sagte einer der Einsatzkräfte am Donnerstag. Die Rauchfahne der brennenden Bäume war kilometerweit zu sehen.

Gelände bereitete Einsatzkräften bereits am Donnerstag Probleme

Die Ursache für das Feuer ist bisher nicht bekannt. Am Donnerstag um kurz nach 16 Uhr hat das Landratsamt Rosenheim den Katastrophenfall ausgerufen. Dies sei nötig zur Koordinierung der unterschiedlichen Einsatzkräfte, hieß es zur Begründung.

Die Einsatzkräfte hatten laut Landratsamt bereits am Donnerstag Probleme in die Nähe des Brandherdes vorzudringen. Sie hätten sich über die einzig mögliche Straße dem Feuer genähert und positioniert, um ein Übergreifen der Flammen auf die Ramsauer Alm zu verhindern. Die Einsatzkräfte wurden zunächst von vier Hubschraubern der Landespolizei mit Wasserbehältern unterstützt. Später kamen noch ein Helikopter der Bundespolizei, einer des privaten Rettungsdienstes MHW und einer aus Tirol hinzu. Die Hubschrauber werden nach Angaben des Landratsamtes im Hochtal Mühlau mit Wasser und Kerosin versorgt.

Bereits am Mittwoch kam es im Nationalpark Berchtesgadener Land zu einem Waldbrand. Das Feuer war im Bereich der Kesselwand am steilen Ostufer des Königssees ausgebrochen. Es konnte nach einigen Stunden unter Kontrolle gebracht und schließlich weitgehend gelöscht werden. Die Ursache für das Feuer im Nationalpark soll ein Blitzschlag gewesen sein.

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