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Urteil:Brand in Schneizlreuth: Eventmanager muss ins Gefängnis

Eventmanager vor Gericht

Die Verteidiger des Angeklagten hatten auf eineinhalb Jahre auf Bewährung plädiert. Nun muss ihr Mandant drei Jahre hinter Gittern.

(Foto: dpa)
  • Das Landgericht Traunstein verurteilt den Angeklagten wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung zu drei Jahren Haft.
  • Der 47-jährige Eventmanager ließ Urlauber jahrelang in dem Bauernhof in Schneizlreuth übernachten, ohne die Brandschutzauflagen zu erfüllen.
  • Bei dem Brand an Pfingsten 2015 waren sechs Menschen ums Leben gekommen.

Der 47-jährige Event-Manager, in dessen gemietetem Schneizlreuther Bauernhof im vergangenen Mai sechs Menschen gestorben und 18 Menschen zum Teil schwer verletzt wurden, muss für drei Jahre ins Gefängnis. Er selbst nahm das Urteil zunächst ebenso regungslos zur Kenntnis wie die Hinterbliebenen der Toten. Zu der Entscheidung kam das Landgericht Traunstein am Freitagvormittag nach sechs Verhandlungstagen.

Das Gericht machte den Outdoor-Veranstalter für den verheerenden Brand und den Tod der sechs Menschen verantwortlich, weil er wider besseren Wissens Gäste in dem Hunderte Jahren alten und holzgedeckten Pfarrerbauernhof übernachten ließ. Die nötigen Genehmigungen und Brandschutzvorkehrungen gab es dafür nicht.

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Die Staatsanwaltschaft hatte auf vier Jahre Haft plädiert, die Verteidiger hatte eineinhalb Jahre auf Bewährung gefordert, weil die früheren Verantwortlichen im Schneizlreuther Rathaus stets über die ungenehmigten Übernachtungen im Bilde gewesen seien. Dies ist durch eine Aktennotiz aus dem Rathaus belegt. Die Staatsanwaltschaft hat deswegen gegen den ehemaligen Bürgermeister und den einstigen Geschäftsleiter ebenfalls Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung aufgenommen.