Urban Priol: Mein Aschaffenburg:"Hier ist noch nicht Hessen"

Subbä ist es in Aschebersch, schwärmt Urban Priol. Nur der Hamburger Fischmarkt muss weg - und George Bush hat gefälligst draußen zu bleiben. Wie der Kabarettist Letzteres erreichen will, verrät er im Fragebogen.

Tobias Dorfer

Jeder Ort hat kleine Geschichten und große Geheimnisse. Und wer könnte diese Geheimnisse besser lüften als jemand, der dort wohnt - oder der dort zumindest eine ganze Weile gelebt hat? Auf sueddeutsche.de präsentiert jede Woche ein Prominenter im sueddeutsche.de-Fragebogen "sein Bayern". Heute stellt der Kabarettist Urban Priol seine Heimatstadt Aschaffenburg vor.

Urban Priol

Der Kabarettist Urban Priol präsentiert seit 2007 die ZDF-Reihe Neues aus der Anstalt.

(Foto: AP)

Wahrscheinlich wäre Urban Priol ein sehr unterhaltsamer Lehrer gewesen. Doch bevor der Kabarettist sein Lehramtsstudium (Englisch, Russisch und Geschichte) beenden konnte, brach er ab. Inzwischen belehrt Priol in der ZDF-Kabarettreihe Neues aus der Anstalt, deren Leiter er ist, die dortigen Insassen. In Aschaffenburg, wo er geboren ist, betreibt der Kabarettist außerdem das Kabarett am Hofgarten. Wenn das Attac-Mitglied Priol nicht gerade durch die Republik tourt oder in der Anstalt das Publikum therapiert, sitzt er gerne beim Weißbier in einer Aschaffenburger Wirtschaft. Ist ja auch richtig gemütlich da ...

Fragebogen

Sie leben bei Aschaffenburg. Warum hier und nicht woanders?

Die Gnade der Geburt. Scheinbar hat es mir von Anfang hier so gut gefallen, dass sich die Frage, dauerhaft von hier wegzuziehen, gar nicht erst stellte. Außerdem liegt AB sehr zentral, man ist schnell überall. Theoretisch. Wenn die blöde A3 nicht wäre ...

Das Schönste an Aschaffenburg ist ...

Der Main. Die Binnenschiffer. Der Spessart, der uns umzingelt. Die Altstadt. Der "Schlappeseppel". Legendäre Wirtschaft!

Am meisten geärgert habe ich mich in Aschaffenburg über ...

... manche Stadtratsentscheidungen der CSU, die zu klein bemessenen Kreisel im Stadtverkehr und die Ampelschaltungen an manchen Knotenpunkten. Aber dafür hat man ja ein Rad. Und, ganz furchtbar: Der touristisch aufgeblasene Hamburger Fischmarkt, der im Frühjahr immer hier Station macht. Der vertreibt immer unseren Wochenmarkt. Das ginge umgekehrt auch nicht.

Ihr schönstes Erlebnis in Aschaffenburg?

Immer wieder Samstags: Erst auf den Markt, dann in den "Schlappeseppel", und dann die große politische Weltlage bei einer Halben erörtern.

Welches ist ihr liebster Platz in Aschaffenburg - und warum?

Vom Schlossgarten auf den Main blicken. Und dann, beruflich, meine Bühne: Das "Kabarett im Hofgarten", am Eingang zum Schöntal. Texte lernen im Grünen - herrlich!

Wo sollte jeder Besucher mal ein Bier trinken, wo schmeckt das Essen besonders gut?

Wo wohl ein Bier, wenn nicht im "Schlappeseppel"? Im Sommer in den Biergärten. Beim Essen bin ich positiv befangen - sehr gerne bei Claudio im "Hofgarten". Den legendären Flammkuchen bei "Mike" nicht zu vergessen. Ach, eigentlich ist es überall schön.

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