Großübung:Die Katastrophe ist gespielt, der Stress aber ist real

Großübung: 600 Einsatzkräfte haben im Landkreis Rosenheim den Ernstfall geprobt.

600 Einsatzkräfte haben im Landkreis Rosenheim den Ernstfall geprobt.

(Foto: MKT E.V.)

Hunderte Einsatzkräfte haben im Landkreis Rosenheim den Ernstfall geprobt. Das Szenario: Ein Kleinflugzeug stürzt auf ein Festivalgelände.

Von Johann Osel

Es ist ein Abend, wie man ihn sich dramatischer kaum vorstellen kann: Ein Kleinflugzeug stürzt auf ein Festivalgelände, und die Tribüne fängt Feuer; Dutzende Besucher sind verletzt, Verbrennungen und abgetrennte Gliedmaßen, es entsteht Massenpanik, eine Frau dreht durch und behindert die Rettungskräfte. Gott sei Dank: Die Besucher spielen das Ganze nur, Feuer und Knall kommen von Pyrotechnikern.

Echt sind: die Retter. 600 Einsatzkräfte haben am Wochenende in Lampferding im Landkreis Rosenheim den Ernstfall geprobt. Es war die mittlerweile dritte große Katastrophenschutzübung, die der MKT, Verein für Rettungsdienst und Katastrophenschutz in Bayern, auf dem Übungsgelände des Medizinischen Katastrophenhilfswerks (MHW) veranstaltete. "Der Stress für die Einsatzkräfte ist real", erzählt einer, der dabei war. "Irgendwann vergisst man, dass es nur eine Übung ist."

Insgesamt 25 Organisationen - darunter Rettungsdienst, Mediziner, Polizei, Feuerwehren überwiegend aus dem Münchner Raum, Bundeswehr oder ADAC Luftrettung - probten Szenarien, vom Routineeinsatz bis zur Großlage: wie den Flugzeugabsturz oder auch eine Geiselnahme. "Wenn Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst in stressigen Einsatzlagen aufeinander treffen, muss vieles organisiert und strukturiert werden. Ohne regelmäßige Übungen entsteht Chaos", sagt Robert Schmitt, MKT-Geschäftsführer und Präsident des MHW Deutschland. Die Übung dient dazu, Fehler zu erkennen. Eine Lehre aus der Übung 2017 war, dass der Transport in Krankenhäuser oft zu langsam vorangeht.

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