Stromautobahn Netzbetreiber stellen genauen Verlauf von "Südlink" vor

Aufgrund von erheblichen Bürgerprotesten soll die Leitung nicht nur oberirdisch, sondern auch unter der Erde verlegt werden.

(Foto: dpa)

135 Kilometer soll die Stromautobahn durch Bayern verlaufen. Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger hält die Pläne für eine immense regionale Belastung.

Die umstrittene Stromautobahn Südlink soll 135 Kilometer durch den Freistaat verlaufen. Nach den von den künftigen Netzbetreibern Tennet und Transnet-BW am Donnerstag in Berlin vorgestellten Plänen erreicht die Trasse Bayern im unterfränkischen Landkreis Rhön-Grabfeld nahe der Autobahn 71. Eine Leitung soll dann zum Netzverknüpfungspunkt Grafenrheinfeld südlich von Schweinfurt verlaufen und die andere westlich an Würzburg vorbei in Richtung Baden-Württemberg. Wegen erheblicher Bürgerproteste soll die Leitung hauptsächlich unter der Erde verlegt werden.

"Beim Südlink wurden jetzt die bisherigen Planungen bestätigt, eine Ausweitung der Übertragungskapazitäten und Verbreiterung der Trasse sind Gott sei dank nicht geplant", sagte Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) am Donnerstag. Trotzdem seien auch die jetzigen Planungen eine immense regionale Belastung und eine Entscheidung gegen die regionale Energiewende in Bayern, ohne in den nächsten zehn Jahren die Versorgungssicherheit wirklich zu garantieren, kritisierte Aiwanger. Der Bund müsse zudem - etwa durch mehr Pilotprojekte bei der Erdverkabelung - die Akzeptanz für die Stromleitungen vor Ort verbessern.

Mit dieser Forderung nahm Aiwanger Bezug auf Pläne der Bundesregierung, zusätzlich zum Südlink zwei Starkstromleitungen zu bauen, um das Netz zu verbessern. Sie sollen, anders als der Südlink, oberirdisch geführt werden: Eine von Thüringen nach Bayern mit dem möglichen Ziel Grafenrheinfeld, die zweite von Hessen nach Bergrheinfeld, das direkt neben Grafenrheinfeld liegt. Dort betreibt die Firma Tennet ein großes Umspannwerk - und dort ist der Widerstand gegen die Stromtrassen besonders heftig. Auch die bayerische Staatsregierung hat sich kritisch zu diesen beiden weiteren Stromtrassen mit Endpunkt in Bergrheinfeld oder Grafenrheinfeld geäußert.

Über den Verlauf des Südlinks will die Bundesnetzagentur voraussichtlich Ende 2019 entscheiden. In den kommenden Wochen wollen die beiden Unternehmen Bürger vor Ort über die Hintergründe der Streckenauswahl informieren.

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