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Staatskanzleichefin Haderthauer:Im Kampfmodus am besten

Man kann davon ausgehen, dass Haderthauer dies alles persönlich null trifft. Im Gegenteil. Es gibt Leute aus ihrem Umfeld, die behaupten, im "Kampfmodus" sei sie am besten. Sie selbst lebt ja nach dem Motto: Was mich politisch nicht umbringt, macht mich härter.

Christine Hadertauer Haderthauer droht juristischer Ärger
Betrugsvorwürfe

Haderthauer droht juristischer Ärger

Staatskanzlei-Chefin Haderthauer muss wegen einer früheren Unternehmensbeteiligung mit juristischem Ärger rechnen: Laut einem Medienbericht behauptet ein ehemaliger Geschäftspartner, er sei bei einem Vergleich betrogen worden.

Ex-Parteichef Erwin Huber hatte Haderthauer 2007 zur ersten Generalsekretärin der CSU gemacht und war mit ihr an der Seite in den Landtagswahlkampf 2008 gezogen. Frau aus der Großstadt, mitten im Leben stehend. Selbstbewusst. Deshalb wollte er Haderthauer in seinem Team. Die CSU erlebte am Wahlabend ein Debakel. Seehofer, der dennoch als Retter der CSU aus Berlin kam, wollte auf Haderthauer nicht verzichten und machte sie zur Sozialministerin.

"Du warst schon unter der Erde, jetzt habe ich dich noch mal aus dem Sarg geholt", soll er gesagt haben. Haderthauer, die politisch Untote? "Ich bin relativ krisenfest", sagt sie über sich. Es ist auch die CSU, die sie so gemacht hat, wie sie ist. Ein Fraktionskollege berichtet: "Sie gehört zu den Frauen, die in der CSU extrem kämpfen mussten." Die Rechtsanwältin aus Ingolstadt startete ihre politische Karriere erst spät, als ihre beiden Kinder groß waren. Die Erziehungsarbeit hatte sie hinter sich gelassen und wollte sie auch nicht in der CSU fortführen - anders als Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt oder Landtagspräsidentin Barbara Stamm, die das Bemuttern nie ganz sein lassen konnten.

"Ihre Arbeit macht sie gut"

Gebürtig in Schleswig-Holstein blieb sie zudem lange die Quereinsteigerin. Mit diesem Typ Frau haben viele CSU-Männer ihre Probleme. Aber selbst die sagen: "Sie trickst nicht, sie intrigiert nicht." Auch deshalb arbeitet Seehofer gerne mit ihr zusammen. "Ihre Arbeit macht sie gut", sagt er. Er hat sie nach der Wahl im Herbst zu sich in die Staatskanzlei geholt. Der Umgang mit Schwachen als Sozialministerin lag ihr nicht. Asylbewerber können davon berichten, wie frostig sie Haderthauer erlebten. In der Staatskanzlei blüht die Frau auf - ungefragt zu allem berichten zu können, das liegt ihr.

Wenn sie nach den Kabinettssitzungen über die Ergebnisse unterrichtet, gibt sie auch gerne mal die Seehofer-Deuterin. Als der Chef seinen Kultusminister Ludwig Spaenle vor Monaten mal intern runtergemacht hatte, sparte Haderthauer diese Episode nicht aus. Als sie Ende März wegen einer gefährlichen Verengung der Halsschlagader eine Zeit lang ausfiel, dachte sie viel über Krankheit nach. Sie sagt heute, sie habe daraus gelernt. Und was? "Dass man ersetzbar ist", sagt sie. Und schränkt ein: "Eine Zeit lang." Sie ist die Alte geblieben.