SPD in Bayern Sorgen einer Schwimmbadpartei

Um die Bayerischen Schwimmbäder ist es nicht gut bestellt.

(Foto: Florian Peljak)

Die SPD hat sich dermaßen verdient gemacht um die Schwimmbäder im Freistaat, dass Fraktionschef Markus Rinderspacher längst der Titel des obersten Bademeisters gebührt. Wäre da nicht ein gewisser Markus Söder.

Kolumne von Johann Osel

Wenn die ersten Sonnenstrahlen des Frühlings Lust auf die Freibadsaison machen oder wenn die herbstliche Frische den Besuch eines Hallenbades, am besten inklusive Saunagang, nahelegt - immer dann ist die bayerische SPD auf ihrem Posten und klärt auf. Denn regelmäßig erkundigt sich deren Landtagsfraktion beim Innenministerium nach der Zahl der Bäder und vermeldet die aktuelle Lage. Das geschieht so häufig, dass dem Fraktionschef Markus Rinderspacher längst der Ehrentitel des obersten Bademeisters der Landespolitik gebührt und mancher gar scherzt, SPD stehe in Wahrheit für Schwimmbadpartei Deutschlands. Wobei der Anlass nicht zum Witzeln taugt: Bayerns Bäderlandschaft hat Probleme.

Viele der Einrichtungen entstanden in den Siebzigerjahren, der Olympia-Geist zog da durchs Land, die Regierung gab Geld für den Bau. Mittlerweile sind die Bäder in die Jahrzehnte gekommen, Kommunen können sich eine Renovierung oft nicht leisten. Die Folge, Stand laut jüngster SPD-Abfrage: Dutzende Schwimmbäder haben binnen eines Jahrzehnts dicht gemacht, weiteren droht dies - die Sanierungskosten von Hallen- und Freibäder in Bayern belaufen sich auf mehr als eine Milliarde Euro.

Und was ist mit den Kegelbahnen und Minigolfplätzen?

Ein Hilfsprogramm hat die SPD (sowie die Freie-Wähler-Fraktion) stets gefordert. Die CSU verhielt sich defensiv. Neulich aber hat Ministerpräsident Markus Söder in Nürnberg Gespräche mit den kommunalen Spitzenverbänden angekündigt: Er wolle ein Programm auf den Weg bringen, das Bädersanierungen im ländlichen Raum fördert. Dem Themenriecher der wahlkämpfenden Staatskanzlei entgeht derzeit ja kein Sorgenkind, vom Tierheim bis zur Dorfwirtschaft. Bei Letzterer verläuft die Debatte übrigens ähnlich wie beim Bad. Wenn der Wirt in einer Gemeinde schließt, ist meist die Rede davon, dass der Ort stirbt. Analog heißt es in Kleinstädten: Schließt das Schwimmbad, ist hier endgültig tote Hose. Hinzu kommt: Nur jedes dritte Kind kann nach der vierten Klasse passabel schwimmen.

So ist Söders Plan, sofern er klappt, ja höchst lobenswert. Der SPD freilich - angesichts der Umfragen ohnehin nicht in Feierlaune - ginge ein medientaugliches Lieblingsthema verloren. Da muss Ersatz her: Wie ist es eigentlich um Bayerns Kegelbahnen und Minigolfplätze bestellt?