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Augsburg:Sexueller Missbrauch an 15-Jähriger: Haftbefehle gegen fünf Asylbewerber

Die Männer im Alter von 17 bis 20 Jahren sollen sich Anfang Juli an der unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln stehenden Jugendlichen vergangen haben.

Nach dem mutmaßlichen sexuellen Missbrauch einer 15 Jahre alten Schülerin in einer Flüchtlingsunterkunft in Augsburg ist gegen mittlerweile fünf junge Männer Haftbefehl ergangen. Den Beschuldigten im Alter von 17 bis 20 Jahren wird Vergewaltigung beziehungsweise Beihilfe vorgeworfen, wie das Polizeipräsidium Schwaben Nord am Donnerstag mitteilte. Sie befinden sich in Untersuchungshaft.

Die Asylbewerber sollen sich an der unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln stehenden Jugendlichen vergangen haben. Die Schülerin war Anfang Juli dieses Jahres im Augsburger Stadtteil Lechhausen in hilflosem Zustand von Passanten aufgefunden und dem Rettungsdienst übergeben worden. Untersuchungen in einer Klinik ergaben, dass sie missbraucht worden war und Rauschgift konsumiert hatte. Die Staatsanwaltschaft Augsburg erwirkte daraufhin bei Gericht einen Beschluss für eine DNA-Reihenuntersuchung bei jugendlichen und heranwachsenden Verdächtigen in der Asylbewerberunterkunft in Augsburg und in einer weiteren Einrichtung im benachbarten Friedberg. Dabei ergab der Abgleich des Materials mehrere Treffer auf mögliche Täter.

Wie die Polizei weiter mitteilt, hatte die 15-Jährige einen 17-jährigen Asylbewerber kennengelernt und ihn in seinem Zimmer in der Unterkunft in Augsburg besucht. Dabei soll er ihr einen Joint angeboten haben, woraufhin die junge Frau offenbar einen Filmriss erlitt. Diese Situation, so die Ermittler, hätten mehrere Beschuldigte ausgenutzt, um sie zu missbrauchen. Unklar ist bislang, ob das Opfer einmal oder in einem gewissen Zeitabstand mehrfach missbraucht worden war. Die Polizei teilte mit, es habe nach der ersten mutmaßlichen Tat "eine weitere Vergewaltigung der Geschädigten" gegeben. Zu den Abläufen und zu den konkreten Vorwürfen gegen die Beschuldigten wollten sich die Ermittler mit Verweis auf die weiteren Untersuchungen des Falles nicht äußern. In den Asylbewerberunterkünften seien aber Beweismittel sichergestellt worden.