Niederbayern:Brand mit vier Toten - Bewohner soll Herdplatte angelassen haben

Vier Tote bei Brand in Mehrfamilienhaus

Feuerwehrmänner stehen vor einem ausgebrannten Mehrfamilienhaus. Drei Frauen und ein frühgeborenes Baby sind in dem Haus bei einem Brand ums Leben gekommen.

(Foto: dpa)

Das Feuer ist in der Nacht auf Samstag in einem Mehrfamilienhaus im niederbayerischen Reisbach ausgebrochen. Drei Frauen und ein frühgeborenes Baby sind tot, 19 Menschen wurden verletzt.

Drei Frauen und ein frühgeborenes Baby sind bei einem Brand in einem Mehrfamilienhaus im niederbayerischen Reisbach ums Leben gekommen. "Wir sind traurig und geschockt. Das ist etwas sehr Schlimmes. Und es tut auch weh", sagte der Reisbacher Bürgermeister Rolf-Peter Holzleitner am Wochenende. Laut Polizei wurden bei dem Feuer außerdem 17 Bewohner und zwei Feuerwehrleute verletzt. Die Einsatzkräfte konnten drei 20, 55 und 78 Jahre alte Frauen nicht mehr retten. Laut Polizei waren die Frauen nicht miteinander verwandt. Die 20-Jährige sei im siebten Monat schwanger gewesen, sagte ein Polizeisprecher. Das Kind sei noch durch einen Notkaiserschnitt entbunden worden. "Aber auch für das Kind kam jede Hilfe zu spät", sagte er. Vier Verletzte außer Lebensgefahr kamen ins Krankenhaus.

Wie genau es zu dem Feuer in dem Haus in der Ortsmitte der 8000-Einwohner-Gemeinde im Landkreis Dingolfing-Landau kam, war zunächst unklar. Eine fahrlässige Brandursache lasse sich nicht ausschließen. So komme eine nicht ausgeschaltete Herdplatte in Betracht, teilte die Polizei am Sonntag mit. Gegen einen Bewohner wird wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung und der fahrlässigen Brandstiftung ermittelt. Die Staatsanwaltschaft habe Haftbefehl gegen den Bewohner beantragt. Dieser sei mangels Fluchtgefahr aber vom Gericht nicht erlassen worden.

Die Kriminalpolizei Landshut hatte die Ermittlungen in Reisbach übernommen. Ihre Brandexperten konnten zunächst aber noch nicht in das schwer beschädigte Gebäude, ein ehemaliges Franziskanerkloster. Die Löscharbeiten seien zwar beendet, das Haus werde aber noch von der Feuerwehr überprüft und abgesichert, sagte der Polizeisprecher. Das Feuer war in der Nacht auf Samstag gegen 2 Uhr früh ausgebrochen. Laut Polizei war in der ersten Meldung nur von einem Zimmerbrand ohne unmittelbare Gefahr für Personen die Rede gewesen. Feuer und Rauch hätten sich aber schnell ausgebreitet.

Man denke an die Gestorbenen und an ihre Familien, die jetzt eine schwere Zeit vor sich haben, sagte tags darauf Bürgermeister Holzleitner. "Was wiederum schön zu sehen ist, ist die Hilfsbereitschaft und dass man merkt, dass man in solchen Situationen zusammensteht. Das tut auch gut, das gibt auch Kraft." Es habe einen großen Zusammenhalt bei den Hilfskräften geben. Auch Landrat Werner Bumeder kam nach Reisbach und sprach von einer "Tragödie für den gesamten Landkreis".

Nach Polizeiangaben waren insgesamt mehr als 250 Feuerwehrleute, Polizisten und Rettungskräfte im Einsatz. Auch von privater Seite habe es viele Anrufe gegeben, es seien Spenden, Kleidung und auch Unterkünfte angeboten worden, sagte Holzleitner. Manche Bewohner seien inzwischen bei ihren Familien untergekommen, andere habe die Gemeinde in einem Hotel untergebracht. Laut Polizei sind 27 Menschen in dem Mehrfamilienhaus direkt neben der Kirche des Ortes gemeldet. Bewohner und Angehörige der Opfer wurden in den Stunden nach dem Brand von einem Kriseninterventionsteam betreut. Die Polizei schätzt den Sachschaden am Gebäude und dem Inventar auf einen mittleren bis hohen sechsstelligen Betrag.

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