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Öffnungen im März:Gärtnerei bald, Gasthaus später

Söder kündigt Lockerungen an, Wirte fordern diese auch für sich

Von Johann Osel

Blumenläden und Gärtnereien in Bayern sollen kommende Woche wieder öffnen. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat diese Lockerung am Montag verkündet, am Dienstag tagt das Kabinett dazu. Zudem sollen körpernahe Dienstleistungen wie Fußpflege wieder angeboten werden können; so wie Friseure am Montag ihre Läden aufmachen dürfen. Bei den Gärtnereien gehe es ihm um "verderbliche Ware" und das Angebot von Discountern, bei denen sonst das ganze Blumen-Geschäft stattfände - nicht aus einer Abneigung gegen Letztere, sondern weil diese in der Frühlingssaison "überrannt" würden, sagte Söder. Alles Weitere werde die Entwicklung der Inzidenzen bestimmen. Doch auch dem Handel insgesamt gab Söder in dem Zusammenhang Aussicht ("Öffnungsmatrix gut denkbar"). Zugleich stellte er Perspektiven für Gastronomie und Hotellerie unmissverständlich hintan, hierbei sei "der Horizont deutlich später zu sehen". Dort sei es mit Maske und Abstand schwieriger, auch eine "Vorstufe" Außengastronomie sei im Moment nicht beurteilbar. Osterurlaub sei weder "abzusagen noch sicher zu gestalten".

Derweil fordert der Hotel- und Gaststättenverbands Dehoga Bayern eine Öffnung von Gastgärten und Freischankflächen, gerade mit Blick auf das sonnige Wochenende. Mit der Außengastronomie würden unkontrollierte Ansammlungen im öffentlichen wie privaten Raum vermieden. "Wir schaffen geschützte Bereiche mit hohen Hygienestandards", sagte Dehoga-Landesgeschäftsführer Thomas Geppert der SZ. Dass Söder keinen Zeithorizont sehe, sei betrüblich, er könne aber den Ministerpräsidenten beruhigen: "Ja, es ist schwieriger, aber es ist machbar." Dies zeige die Erfahrung aus dem letzten Lockdown, man habe "erwiesenermaßen erfolgreiche Schutzkonzepte": Maske, Abstände, Gästelisten, Luftreiniger, generell gelten die Kontaktregeln. Man könne Söders Satz auch positiv sehen, sagte Geppert - "dass endlich eine inhaltliche Debatte über verantwortbare Öffnungen begonnen wurde".

Kritik kam von FDP-Fraktionschef Martin Hagen: "Die Gastronomie kommt bei Söders Politik unter die Räder, es gibt nach wie vor keine Perspektive für diese wichtige Branche." Auch er fordert eine sofortige Öffnung der Außengastronomie. "Wer im Straßencafé seinen Cappuccino trinkt, gefährdet niemanden."

© SZ vom 23.02.2021
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