Nürnberg Mann sticht auf 21-Jährige ein

Die Polizei fahndet "mit starken Kräften im Tatortbereich".

(Foto: dpa)

Nach der Messerattacke auf eine Frau in Nürnberg hat die Polizei einen Tatverdächtigen festgenommen. Der Vorfall weckt schlimme Erinnerungen an Übergriffe im Dezember.

Von Olaf Przybilla, Nürnberg

Eine 21-jährige Frau ist in den Morgenstunden des Sonntags in Nürnberg Opfer einer Messerattacke geworden. Sie wurde von einem zunächst Unbekannten in der Fürther Straße, nahe des Justizpalastes, angegriffen und verletzt. Am Nachmittag meldete das Polizeipräsidium Mittelfranken eine Festnahme: Ein 25-jähriger Mann wurde gefasst, die Staatsanwaltschaft stellte Haftantrag wegen versuchten Mordes. Einzelheiten will die Polizei am Montag bekanntgeben.

Nach Angaben eines Polizeisprechers vom Sonntagvormittag gehen die Ermittler von einem "unmotivierten Angriff" aus - also davon, dass sich der Mann und die Frau vor der Attacke nicht kannten. Die Polizei suchte mit einem Großaufgebot nach dem Täter. Dabei kamen auch Hunde und ein Hubschrauber zum Einsatz. Gesucht wurde nach einem Mann von "kleiner Statur", etwa 160 bis 170 Zentimeter groß. Er soll ein rotes Oberteil mit Kapuze getragen haben und eine Bluejeans. Laut Zeugenaussagen trug er dazu graue Turnschuhe. Ein solcher Turnschuh wurde unweit des Tatorts sichergestellt.

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Nach dem Angriff war es zu einer Rangelei zwischen dem Mann und der 18 Jahre alten Begleiterin der attackierten Frau gekommen. Nach deren Aussage geht die Polizei mit hoher Wahrscheinlichkeit davon aus, dass der sichergestellte Schuh von dem Mann stammt. Weder vor der Attacke noch danach sei es zu "irgendeiner Form der Kommunikation zwischen Täter und Opfer gekommen", sagte Michael Konrad, der Sprecher der Polizei am Tatort. Auch gebe es "keinerlei Hinweise auf einen möglichen terroristischen Hintergrund der Tat". Der Tatort, der Bürgersteig an der Fürther Straße, etwa 200 Meter vom Areal des Justizpalastes entfernt, wurde großräumig abgesperrt. Eine Tatwaffe konnte nicht sichergestellt werden. Da die Frau Stichverletzungen erlitt, geht die Polizei aber von einem Messer oder einem ähnlichen Tatwerkzeug aus.

Die 21-Jährige musste in ein Krankenhaus eingeliefert werden. Lebensgefahr bestehe nicht.

Der Vorfall weckt schlimme Erinnerungen. Erst im Dezember hatte ein Mann im Stadtteil St. Johannis drei Frauen innerhalb weniger Stunden unvermittelt mit einem Messer attackiert. Die Frauen wurden zum Teil lebensgefährlich verletzt. Sie konnten die Kliniken mittlerweile verlassen. Der Mann wurde zwei Tage nach den nächtlichen Attacken gefasst. Er sitzt in Untersuchungshaft und hat die Angriffe inzwischen eingeräumt. Über sein Motiv hat er bisher keine Angaben gemacht. Auch ist nicht klar, ob er während der Taten womöglich unter dem Einfluss von Drogen stand.

Einen "Zusammenhang zwischen beiden Vorfällen" sehe die Polizei nicht, sagte der Sprecher. Etwaige Wiederholungstaten könne man aber nie ausschließen. Der Vorfall in der Fürther Straße ereignete sich gegen fünf Uhr morgens. Nachdem die Polizei im Dezember dafür kritisiert worden war, zu spät über die Attacken informiert zu haben, habe man sich diesmal entschieden, die Bevölkerung früh via Twitter über den Messerangriff in Kenntnis zu setzen, sagte der Sprecher.