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Klassik:Der erste Wurf

Alexander Liebreich

Alexander Liebreich ist der künstlerische Leiter des Richard-Strauss-Festivals.

(Foto: Picture alliance/Tomas Vodnansky)

Das Richard-Strauss-Festival in Garmisch-Partenkirchen leitet nun Dirigent Alexander Liebreich. Er setzt bei seinem Programm auf Konzerte an außergewöhnlichen Orten wie beispielsweise auf dem Wank.

Das Wort "Event" mag Alexander Liebreich nicht. "Es schließt die Inhaltlichkeit sofort ab", sagt der Künstlerische Leiter des Richard-Strauss-Festivals. Und um die Inhalte, um "gute Musik" gehe es ihm bei dem zehntägigen Programm unter der Überschrift "Metamorphosen" vom 22. Juni bis 1. Juli schließlich.

Dafür hat er Konzerte, Gespräche, Meisterkurs, Orchesterakademie und Musikwanderungen organisiert. Trotzdem schüttelt das erstmals unter seiner Leitung stehende Festival den Charakter des Events nicht so ganz leicht ab. Immerhin ist das Programm mit "Top Music at top locations" unterschrieben. Ereignis und Ort werden hier vermarktet. Kammermusik im simplen Konzertsaal ist nicht gemeint.

Bis zu 1780 Metern hoch geht es diesmal mit dem Sommerkonzertbetrieb in Garmisch-Partenkirchen: zum "Wank-Konzert" mit den Munich Opera Horns. Die acht Hornisten des Bayerischen Staatsorchesters spielen ein Programm "von der Renaissance zum Rosenkavalier", das Publikum reist dafür mit der Wankbahn an und erhält zur Musik ein Drei-Gänge-Menü.

Schon allein dieser Abend zeigt, dass sich das Festival nicht ausschließlich auf den Komponisten Strauss fokussiert, der lange Zeit in Garmisch lebte. Liebreich sieht ihn in erster Linie als Dirigenten und Kapellmeister, der sich für die Zusammenhänge interessierte. "Ich könnte kein reines Strauss-Programm machen", sagt er.

Das Eröffnungskonzert indes widmet sich Richard Strauss' letztem großen Orchesterwerk, den "Metamorphosen", und Henry Purcells Barockoper "Dido und Aeneas" in einer szenisch-konzertanten Einrichtung. Liebreich dirigiert das Ensemble der Akademie für alte Musik, wobei die Streichinstrumente mit Darmsaiten bespannt sind und so einen ungewohnten Klang erzeugen.

Einen Tag später kommen die Wiener Symphoniker mit Strauss, Charles Ives und Tschaikowski in die Alpspitzhalle. Hervorragende Solisten sind zudem zu den Kammerkonzerten geladen: Gergana Gergova, Alban Gerhardt, Olli Mustonen und Okka von der Damerau. Und zuletzt versprechen die beiden Open Airs in Kloster Ettal mit dem Brno Philharmonic Orchestra spannend zu werden, insbesondere mit Prokofjews "Romeo und Julia" und Solistin Lisa Batiashvili. Die Umgebung wird das Übrige hinzutun, ganz "top location" eben.

Richard-Strauss-Festival, Fr., 22. Juni, bis 1. Juli, Garmisch-Partenkirchen, 089/54818181

© SZ EXTRA vom 21.06.2018/amm

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