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Flüchtlingspolitik:Mutter Mechthild und die Schuld

Emanzipation und Ordensregeln stehen für Mutter Mechthild Thürmer nicht im Widerspruch. Jede Gemeinschaft brauche einen Rahmen, sagt sie - hier am Altar der Kapelle der Abtei Maria Frieden. Die Nachricht, dass sich die Äbtissin bald vor Gericht verantworten muss, geht derzeit um die Welt.

(Foto: Dietrich Mittler/oh)

Die Äbtissin eines fränkischen Klosters gewährt geflüchteten Frauen Kirchenasyl - dafür droht ihr nun eine Freiheitsstrafe. Über eine Frau des Glaubens und ihre Zerreißprobe zwischen Gewissen und Gesetz.

Von Dietrich Mittler

Die erste Begegnung mit dem Klosterleben im oberfränkischen Kirchschletten hatte für die 17-jährige Anna Thürmer durchschlagende Wirkung - in jeder Hinsicht. Das Abteigebäude war eingerüstet, die Schwestern klopften den losen Putz von der Fassade. Ein Jahr später standen die Nonnen der Abtei Maria Frieden staubbedeckt im Schutt. Dort, wo statt einer alten Landwirtschaftsschule künftig die neue Kapelle stehen sollte. Anna und die anderen Jugendlichen, die in Begleitung eines Kaplans zur Meditation angereist waren, packten mit an. "Es war unendlich schön, etwas zu demolieren, aber im Hinterkopf zu wissen: Ich baue an einer Kirche mit", sagt die Frau im Ordensgewand der Benediktinerinnen. Als Mutter Mechthild Thürmer steht sie seit 2011 der Abtei Maria Frieden vor.

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