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Innere Sicherheit:Immer mehr islamistische Gefangene

Die Zahl islamistischer Gefangener in Bayern steigt. Bei 57 von 91 Häftlingen lägen islamistische beziehungsweise terroristische Bezüge vor, teilte ein Sprecher des Justizministeriums am Donnerstag in München mit. In 34 Fällen bestehe der Verdacht (Stand: 23. Januar 2018). Im Sommer war noch von 87 Menschen die Rede. Gemessen an den mehr als 11 500 Gefangenen im bayerischen Justizvollzug liege der Anteil bei rund 0,8 Prozent, erklärte der Sprecher. Einer Umfrage des Bayerischen Rundfunks zufolge sind in keinem anderen Bundesland mehr Islamisten in Haft.

Justizminister Winfried Bausback (CSU) sagte: "Wir tun mit einem ganzen Bündel an Maßnahmen alles Mögliche, um etwaige Radikalisierungstendenzen frühzeitig zu erkennen und ihnen entgegenzuwirken." Dazu zählen dem Sprecher zufolge die Überwachung von Kontakten der Häftlinge innerhalb und außerhalb der Gefängnisse, spezielle Schulungen für Justizvollzugsbeamte sowie Therapie- und Betreuungsangebote für Gefangene.

Zudem hat Bayern Anfang 2017 eine Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus eingerichtet. "Soweit wir in Bayern islamistische Straftaten verfolgen und nicht der Generalbundesanwalt, hält auch sie den Verfolgungsdruck hoch und leistet damit einen entscheidenden Beitrag zur erfolgreichen Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus aller Art", sagte Bausback.