Begleitkasten:Ludwig III. und Europa

Im Schreibtisch des Königs fand sich ein Dokument über einen künftigen Staatenbund, das bislang von der Forschung noch nicht beachtet wurde.

Von Hans Kratzer, München

Zum 100. Todestag König Ludwigs III. widmen die Staatlichen Archive Bayerns dem letzten bayerischen König eine Online-Präsentation. Dort werden von der Forschung bislang unbeachtete schriftliche Überlegungen des Königs zu einem europäischen "Staatenbund" vorgestellt. Nach seiner Flucht aus München am 7. November 1918 verbrachte Ludwig III. den Rest seines Lebens auf Schloss Wildenwart im Chiemgau, in Österreich, Liechtenstein, der Schweiz und Ungarn. Er starb mit 76 Jahren am 18. Oktober 1921 auf Schloss Nádasdy in Sárvár in Ungarn. Die Staatlichen Archive Bayerns verwahren vielfältige Zeugnisse aus dem Leben des letzten Monarchen. Einige ausgewählte Stücke aus dem Bayerischen Hauptstaatsarchiv (Abteilung III Geheimes Hausarchiv und Abteilung V Nachlässe und Sammlungen) sowie aus dem Staatsarchiv München werden in der Online-Präsentation vorgestellt. Ein Erstlingshemdchen, Tauf- und Geburtsnachweis, Testament und Sterbematrikeleintrag sowie Fotos ermöglichen einen Einblick in die Lebenswirklichkeit des Prinzen und späteren Monarchen. Von der Forschung zu Ludwig III. bislang nicht gewürdigt wurde das bereits erwähnte Dokument, das sich in seinem Schreibtisch in Sárvár fand. Es eröffnet einen neuen Blick auf den Monarchen. Ludwig hielt in flüchtiger Bleistiftschrift Überlegungen zum Projekt eines "Staatenbundes" fest. Die enthaltenen politischen Pläne sind teilweise sehr zeitgebunden, weisen aber passagenweise voraus auf das, was heute in der Europäischen Union verwirklicht ist oder angestrebt wird (www.gda.bayern.de/ludwig-letzter-koenig).

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