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Franken:National Express wirft im Nürnberger S-Bahn-Streit hin

Mit Zügen des tschechischen Herstellers Škoda will der britische Betreiber National Express von Dezember 2018 an die S-Bahn rund um Nürnberg bedienen.

Mit Zügen des tschechischen Herstellers Škoda wollte der britische Betreiber National Express von Dezember 2018 an die S-Bahn rund um Nürnberg bedienen.

(Foto: oh)

Das britische Bahnunternehmen verweist auf die "gravierenden Verzögerungen" wegen des Dauer-Rechtsstreits mit dem Konkurrenten Deutsche Bahn.

Im jahrelangen Streit um den künftigen Betrieb des Nürnberger S-Bahn-Netzes schmeißt das britische Bahnunternehmen National Express (NX) jetzt hin. Das Unternehmen erhalte sein Angebot für die Übernahme der Nürnberger S-Bahn von Dezember 2018 an nicht mehr länger aufrecht, teilte die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) in München mit.

Zur Begründung habe National Express auf die "gravierenden Verzögerungen" wegen des Dauer-Rechtsstreits mit dem Konkurrenten Deutsche Bahn verwiesen. Dadurch sei "eine Betriebsaufnahme im Dezember 2018 mit den von NX angebotenen Neufahrzeugen nicht mehr zu gewährleisten".

Die Vergabe des Nürnberger S-Bahn-Netzes sorgt schon seit eineinhalb Jahren für Streit. Anfang 2015 hatte die Bayerische Eisenbahngesellschaft den Betrieb an das britische Unternehmen vergeben. Seitdem geht die unterlegene Deutsche Bahn gegen die Entscheidung vor.

Zuletzt legte die DB Regio beim Oberlandesgericht eine Beschwerde gegen die Entscheidung der Vergabekammer Südbayern ein, die zugunsten der NX ausgefallen war.

Eigentlich hätte National Express von 2018 an Nürnberger S-Bahn-Netz mit jährlich etwa 20 Millionen Fahrgästen betreiben sollen, zunächst bis 2030. Es wäre das erste Privatunternehmen gewesen, das ein großes regionales S-Bahn-Netz übernommen hätte.